Hier klicken um eine Inhaltsübersicht vom Vampir-Club zu bekommen Hier geht es zum bekannten Vampir-Club Chat, tauscht Euch mit Gleichgesinnten aus Im Vampir-Club Forum könnt Ihr über interessante Themen diskutieren   Romantische und spannende Vampirgeschichten zum online lesen   Kontakt- und Kleinanzeigen f¨r die Wesen der Nacht Bei Fragen und Problemen könnt Ihr unseren Support kontaktieren
 

++ VampirGeschichten - Neue Geschichten Jetzt lesen ++

VC-Icon

Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Durst


(Mittel: 5853 Zeichen)
 Pringle Online seid 28.06.2006
(1166 mal gelesen)

Lesemodus: Standart + Große Schrift + Kleine Schrift + Schwarz/Weiß + VC-Farben

zurück

Tief versenkte ich mich in ihm. Ich konnte den pulsierenden Fluss des Blutes um meine Zähne spülen fühlen. Es rann über meine Lippen, über seinen Hals, und doch wollte ich nichts verschwenden. Jeder Tropfen würde mich länger am Leben halten. Wenige Augenblicke mehr der Freiheit, in der ich der Grausamkeit meines Daseins entrinnen konnte. Ich hasste es, ich liebte es. Und doch wollte ich es nicht. Im Grunde spürte ich das. Doch wenn der Durst immer stärker wurde, immer dringlicher, und wenn der Druck mich zu zerquetschen drohte, dann wusste ich, ich konnte nicht anders. In diesen wenigen Sekunden tat ich es gerne, wollte es wieder tun und konnte es kaum erwarten. Gierig. Und er? Vor wenigen Sekunden noch überlegen grinsend, nun ein Häufchen Elend. Überraschung wurde zu Verwirrung. Verwirrung wandelte sich in Schock. Starr; er wehrte sich nicht. Nie hatten sie das. Immer bekam ich das was ich wollte. Ich war mir nur nicht sicher ob es das war was ich wollte. Unbefriedigt sank ich zurück. Sein Körper entglitt meinen Händen. Achtlos ließ ich ihn liegen. Es machte keinen Unterschied wo man ihn finden würde. Nur langsam ließen meine Zähne meiner Zunge wieder genug Spielraum, um mir über die Lippen zu lecken. Köstlich. Widerlich. Etwas in mir begehrte auf. Lange war es her, dass mir einer nicht gereicht hatte, doch kaum hatte der Durst nun gestillt werden können. Bereits in den frühen Morgenstunden, wenn sich die Straßen noch nicht mit Leben gefüllt hatten, würde ich vergehen; würde ich nicht mehr im Stande sein mein nächstes Mahl zu bezirzen. Seufzend kehrte ich der Szene den Rücken und ging um die Ecke wieder in mein Revier zurück. Kein Hinweis darauf, was geschehen war. Entgegen meiner üblichen Vorgehensweise ließ ich die Tür zu meiner linken außer Acht. Ich wollte kein weiteres Mal endlose Blicke austauschen, mich lasziv bewegen und ihm schüchtern folgen, wenn er einen kleinen Spaziergang vorschlug. Es war anstrengend, es war zuviel in Momenten wie diesem. Ich überquerte die Straße und bog in den kleinen Park ein. Man konnte hier immer mit einem einsamen Spaziergänger rechnen, welcher die Ruhe inmitten dieser großen Stadt genoss. Ich lauerte. Es widerstrebte mir.

Er schlenderte über die Wiese. Jung, attraktiv, schade drum. Schulterzuckend erwartete ich ihn am nächsten Baum. Überrascht musterte er mich, ich sah ihm an wie er angestrengt nachdachte, ob ich schon vorher hier gestanden hatte. Ein müdes Lächeln durchzuckte unbemerkt meine noch blutroten Lippen. Ein vorübergehendes Ende der Qualen war alles was ich anstrebte. Entschuldigungen erfand ich schon lange nicht mehr. Es war wie es war, auch wenn ich die meiste Zeit meine Entscheidung bereute. Sie schien mir das Richtige… damals. Ich sah es als Erlösung. Doch anstatt endlich aufzustehen, mich von den Knien zu erheben, wurde ich noch tiefer auf den Boden getreten. Staub auf meinen Lippen.

Mein Gegenüber schien genau wie er. Vertrauen erweckend. Würde er mir nun das gleiche erzählen wie es damals der Mann im Wald getan hatte, ich würde ihm wieder glauben. Ich würde ihm glauben, dass ich mich stark fühlen würde, würde ihm glauben, dass ich alles vergessen würde. Ein schüchternes Lächeln; er lächelte zurück. Bevor er überhaupt den Mund geöffnet hatte, wusste ich seine Frage, wusste, dass auch dieser Mann keine Antwort erhalten würde. Wie so viele zuvor. Mein Finger lag auf seinen Lippen, bevor er sich einer Bewegung gewahr werden konnte. Langsam beugte ich mich zu ihm. Eine Bewegung, die mich erlösen würde; quälen würde. Ein Kreislauf ohne Ende. Er blieb ruhig, folgte mir nur mit seinen Augen. Es schien mir hypnotisierend. Statt auf den so delikat freigelegten Hals, trafen meine Lippen auf seine. Er schien kaum überrascht. Weniger als ich selbst. Abrupt zog ich mich zurück, sah meine Chance auf einige ruhige Tage schwinden. Er schien durch mich hindurchzublicken, oder in mich hinein? Ein weiterer Kuss… er hatte es tatsächlich gewagt; schien sich der Gefahr nicht bewusst. So weich. Ein wahrer Genuss. Eine wahre Schande. Doch in diesen Momenten kümmerte mich dies nicht. Ich fühlte, wie sie sich unter meinen Lippen wölbten. Sachte, jeden Zweifel verdrängend. Sein Hals. Seine Stimme hielt mich zurück.
„Erinnere dich.“
Er hatte verwirrt sein sollen… gleich. Nicht ich… jetzt. Das war der Plan. Wie immer. Doch nun war alles anders. Seine Augen, hypnotisierend. Sein Kuss, mir bekannt. Ich hatte vergessen. Ich erinnerte mich. Kaum ein paar Monate verstrichen. Ich merkte mir keine Gesichter. Zu viele. Er war anders. Vom ersten Augenblick an, bei unserer ersten Begegnung. Ich hatte vergessen. Und ich hatte nicht vergessen.
„Jeremy...“
Ich hatte ihn gehen lassen. War geflohen. Zu große Schmerzen rief er hervor. Seine Augen, seine Lippen. Noch nie hatte ich etwas nicht zu Ende gebracht. Bis vor ein paar Monaten. Er war anders. Und doch war es unmöglich. Nie war ich weiter gegangen als die Männer zu küssen. Und dies nur im Notfall, wenn der Durst zu groß, und ihr Alkoholpegel noch zu niedrig gewesen war. Doch Jeremy… ich war geflohen. Danach. Als er mich gesehen hatte, wie ich wirklich war. Und ich hatte vergessen wollen. Es war unmöglich, und wir beide hatten es gewusst. Ich hatte es nicht tun können.
Nun war es sein Finger auf meinen Lippen. Er hatte sich verändert. Ein letzter Kuss. Ich spürte es. Entsetzen. Was hatte er getan? Lächelnd entblößte er seine Zähne; vor drei Monaten den meinen noch so unähnlich. Eine unüberwindbare Barriere; das was mich hatte fliehen lassen. Was hatte er getan? Leuchtend im Mondlicht, blitzten zwei lange Eckzähne zwischen den Blutroten Lippen hervor. Er hatte mich gesucht, und mein Durst war gestillt.

zurück

Kontakt zum Autor: Wenn Ihr auf den Künstlernamen unter dem Tabellenkopf klickt (nicht bei allen Geschichten möglich)
 

 
  Um den Vampir-Club zu Kontaktieren, hier klicken Ihr habt einen Fehler gefunden? Hier klicken um uns diesen zu melden! Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Vampir-Club

Copyright by www.Vampir-Club.de  - Schladen 2000 - 2018; Andre Stellmach
-------
Bitte beachtet unsere wichtigen Hinweise im Impressum

Datenschutzhinweis
-------
VC/Version 4.0