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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

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 Risika Online seid 11.01.2006
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Leise fällt die Tür ins Schloss. Die Wohnung ist dunkel. Stille herrscht bis auf das leise Rascheln von Anitas Mantel. „Es ist seltsam kühl hier“... Ein Vorhang im Wohnzimmer wölbt sich sacht. Der Wind scheint wie ein Flüstern. Anitas Blick ist ein wenig getrübt vom Sekt, den sie auf einer Party trank, doch nicht zu geblendet um die roten, feucht glänzenden Spuren auf dem Teppich zu entdecken. Ihr Herz stockt. Mit langsamen Schritten verfolgt sie die Flüssigkeit. „ Es darf kein Blut sein...“ Da erscheint vor ihren Augen die Ursache der Verschmutzungen. Eine ausgelaufene Ketchupflasche, daneben Spuren von Chili Chips und eine leere Pizzaschachtel.

Anscheinend hatte ihr Mann, der schon seit Beginn ihrer Ehe Alkoholiker war, mal wieder mit seinen Kumpels gefeiert. Ans Aufräumen dachte er nie. Früher hatte sie geglaubt, sie könnte Andreas durch ihre Liebe, Zuneigung und Fürsorge vom Alkohol abbringen und ihn zu dem Mann machen, der er in all ihren Träumen schon immer war. Doch dies war ihr in den sechs Jahren Ehe, die sie nun schon gemeinsam durchlebt hatten nicht gelungen. Manchmal schlich sich der Gedanke an Scheidung in ihren Kopf ein, doch diesen Schritt war sie nicht in der Lage zu gehen. Als Anita ihren Mann einmal als Druckmittel um ihm zu helfen darauf angesprochen hatte, schwor er ihr auf Knien er würde mit dem Trinken aufhören, wenn sie nur bei ihm bliebe.

Andreas sagte ihr jedes Mal wie sehr er sie brauchte und dass er ohne ihre Nähe nicht leben könne. Auch in dieser Nacht schlief sie allein in dem großen Ehebett mit dem Gedanken ihr Ehemann, der sie so angeblich sehr liebte und brauchte war in einer Kneipe und dachte an alles andere, nur nicht an sie. Andreas betrank sich oft bis zur Bewusstlosigkeit. Schon mehrfach musste sie ihn bei der Polizei mitten in der Nacht abholen. Ihr Gatte war so sehr dem Alkohol verfallen, dass ihm nichts wichtiger war als seine tägliche Dosis davon. Ihm war nicht klar, wie sehr er die Menschen um sich herum damit verletzte.

Ihre Liebe zu Andreas schien grenzenlos. Sie ließ sich so viel von ihm gefallen. Doch die Grenze war erreicht, als er eines Abends im Suff begann auf Anita einzuschlagen. Seine Fäuste prasselten ziellos auf ihren Körper herab. Lallend brüllte er sie dabei an, dass er sie töten würde, wenn sie sich zur Scheidung entschließen würde. Irgendwann nach einer endlos erscheinenden Zeit lag sie zusammengekauert, blutend und weinend in einer Ecke und fragte sich wie ihr Mann zu solch einem Monster hatte werden können.

Mit Tränen in den Augen wanderte ihr Blick durch das offene Fenster zum Himmel hinauf und sie sah eine Sternschnuppe vom Himmel fallen. Ein einziger bitterer Wunsch entglitt sacht ihren Lippen und schwebte hinaus in die Dunkelheit. Sie sehnte sich danach von diesem Ungeheuer, was sie einst so sehr geliebt hatte, befreit zu werden. Einst als ihre Träume noch stärker waren als das kräftige Blau auf ihrem Bauch und ihren Oberschenkeln, stärker als dieser wahnsinnige nicht nur rein körperliche Schmerz der ihren Leib erbeben ließ... Sie hatte nicht die Kraft sich gegen ihn zu wehren. Anita war viel zu verletzt und regelrecht ohnmächtig, bei dem Gedanken, warum ausgerechnet ihr so ein Schicksal wiederfahren musste.

Als sich ihr Körper verkrampfte und warmes Blut ihre Beine hinabfloss, wusste sie, dass nun ihre gemeinsame Zukunft, das ungeborene Kind verloren war. So sehr hatte sie sich darauf gefreut. Vielleicht hätte dieses Kind ihre Beziehung zu Andreas retten können. Ein Vater versuchte schließlich stets ein gutes Beispiel für sein Kind zu sein, kein versoffener Alkoholiker. Süße Ohnmacht erlöste sie endlich von ihren Qualen und ihr schmerzender Körper sank mit einem leisen Seufzen zu Boden. Sie genoss die Schwärze, die sich schützend um ihr blutendes Herz legte und sie von der grausamen Realität befreite.

Nach Stunden erwachte sie endlich. Eine kalte Lache aus Blut umgab ihren Körper. Andreas war fort. Wahrscheinlich hatte er sie liegen gelassen und war in die Kneipe verschwunden um sich von der Anstrengung zu erholen. Ihr Körper zitterte vor Kummer und Schmerzen als sie sich angewidert das Blut abwusch, saubere Kleidung anzog und in die Nacht hinaus floh. Sie wusste nicht, an wen sie sich wenden sollte, denn alle ihre Freunde hatten sich von ihr und Andreas abgewendet, seit er immer mehr dem Alkohol verfallen war.

Anita wollte einfach fort, weg von dem Ort an dem sie Höllenqualen Tag ein Tag aus zu erleiden hatte. Fort von ihrem verhassten Mann. Sollte sie zur Polizei gehen um ihn anzuzeigen ? Würde der Tyrann sie dann endlich in Frieden lassen und vielleicht sogar eine Therapie beginnen? Wieder breiteten sich Krämpfe in ihrem Unterleib aus und sie ließ sich keuchend auf einer Parkbank nieder. Wieder wurde ihr schwarz vor Augen.

Als sie auf dem Boden erwachte, fühlte sie eine kühle Hand auf ihrer Stirn und eine leise Stimme drang auf sie ein. Sie verstand zwar die Worte kaum, doch je länger die fremde Hand sie berührte, desto schwächer empfand sie den Schmerz, der durch ihren Körper jagte. Endlich war Anita in der Lage die Augen zu öffnen und sich mühsam aufzurichten. Ein junger Mann stand vor ihr, welcher sie aus einem besorgten Gesicht anblickte. „Ich hoffe es geht ihnen besser. Ich hatte sie hier liegen sehen und versucht zu helfen.“ Leise bedankte sich Anita und versuchte aufzustehen. Als ihre Beine nachgaben und sie zu fallen drohte, hielt er sie augenblicklich fest.

Wenig später fand sie sich mit dem Fremden in einem nahe gelegenen Lokal wieder, nur wenige Meter vom Park entfernt. Einfühlsam lockte er aus ihr die gesamte Geschichte heraus, wie es zu dem Zusammenbruch gekommen war und wer ihr dies angetan hatte. Lodernder Zorn schien in seinen Augen zu brennen als er erfuhr, wie sehr Anita von Andreas gequält worden war. Leise und bedrohlich hallte seine Stimme in ihrem Kopf als er flüsterte: „ Sinnst du nicht auf Rache ?“ „In Gedanken habe ich mich schon oft für all die Schmerzen gerächt, die..“ „Sssscht.. sprich nicht weiter meine Liebe“. Zart legten sich seine kalten schlanken Finger auf ihre Lippen. Anita wusste nicht, was sie sagen sollte, jedes weitere Wort war nun störend und sie fühlte sich seltsam geborgen bei diesem Unbekannten.

Die Zeit verrann schneller als es ihr lieb war und es war Zeit nach Hause zurückzukehren, bevor Andreas ihr Fehlen bemerkte und erneut wütend wurde. Der ängstliche Blick auf die Uhr verriet ihre Befürchtungen. Sofort schlug ihr der seltsame Retter vor sie nach Hause zu begleiten. Einige Meter vom Haus entfernt, verabschiedete er sich von ihr. Auf seine Frage warum sie überhaupt zurückkehrte, konnte sie nichts erwidern als ein leises : „Ich weiß es nicht..“ Mit einem schnellen Dankeschön drehte sie sich um und verschwand in ihrer Wohnung.

Andreas erwartete sie bereits im Wohnzimmer. Als er auf sie zukam, schlug ihr eine kalte Mischung aus Alkoholgeruch und Zigarrenqualm entgegen. Seine Augen waren vom Suff blutunterlaufen und glasig. Die Stimme war nur noch ein hasserfülltes Lallen als er sie hart an den Haaren packte und gegen die Wand schleuderte. Ein lautes „dreckige Schlampe“ dröhnte durch ihren Kopf als bereits harte Schläge auf sie niederprasselten. Andreas schrie wie ein Wahnsinniger: „ Bin ich dir nicht mehr geil genug, Miststück? Musst du dich mit anderen Männern nachts herumtreiben?? Na warte, das wirst du bereuen !“ Er hatte sie anscheinend beobachtet, als sie sich noch draußen unterhalten hatte.

Wahllos schlug er auf sie ein. Anita sackte blutüberströmt zu Boden. Der Schmerz war nichts im Vergleich zum vorherigen. Brutal trat er in ihren Unterlieb. Immer wieder ... Ihre Schreie waren nur noch ein leises Wimmern . Niemand würde kommen um ihr zu helfen. Andreus würde sie diesmal umbringen. Dessen war sie sich sicher. Sie schloss die Augen und hoffte wieder auf die sanfte Stille. Anita wollte sterben um endlich frei zu sein. Plötzlich waren die Schläge vorbei. Schwach öffnete sie die Augen und blickte sich um. „Wohin war er verschwunden? War es vielleicht doch vorbei?“ Blut sickerte aus ihrem Mund und ihre Augen waren von den vielen Schlägen verschwollen.

Dann war er wieder da.. Er kam aus der Küche gestürmt, ein langes scharfes Steakmesser in den Händen. „Ich schlachte dich ab Miststück ! Mich betrügt keine!“ Wieder trat er auf sie ein und nun endlich kam die Dunkelheit wie ein schwerer Mantel über sie. Das Leiden würde ein Ende haben. Als es schwarz vor ihren Augen wurde, waren diese mit Tränen gefüllt, doch tief in ihrem Inneren lächelte sie. Sie fürchtete den Tod nicht, sondern hatte ihn all die kalten Nächte ersehnt, in denen sie einsam und verletzt in ihrem Ehebett lag und das Kissen mit heißen Tränen der Verzweiflung nässte. Doch der Engel des Todes blieb aus. Es blieb still um sie.

Wochenlang war die Dunkelheit ihr innigster Freund. Schatten besuchten sie darin. Die Stimme eines Mannes hallte immer wieder leise durch ihren Kopf und tröstete sie. Ihr Körper erholte sich nur langsam von den schweren Verletzungen, die ihr zugefügt worden waren. Die Ärzte hatten sie in ein künstliches Koma versetzt um die Heilung nicht zu gefährden. Auch als die Medikamente bereits abgestellt worden waren, dauerte es noch einige Zeit bis Anita endlich aufwachte.

Es war spät in der Nacht und der Mond schien sanft auf sie, als sie die Augen zum ersten Mal seit langer Zeit öffnete. Eine schemenhafte Gestalt schien mit den Vorhängen an ihrem Fenster zu verschmelzen. Wieder hörte sie die sanfte Stimme, welche sie all die Wochen begleitet hatte. Andreas war tot. Er war in der Nacht gestorben, als er versucht hatte Anita zu töten. Sein eigenes Messer hatte sich tief in seinen alkoholgetränkten Leib gebohrt, als er es zum Stich erhob. Es sah aus wie ein Unfall. Ein einfacher Unfall, der Anita das Leben rettete.

Für die Polizei gab es keinen Grund, weitere Nachforschungen anzustellen. Man würde sie in Frieden lassen und ihr die Chance geben ein neues Leben ohne ihren Mann zu beginnen. Seth war es, der den Krankenwagen gerufen hatte. Seine Kräfte waren zwar stark genug, um Menschenleben auszulöschen oder um kleinere Verletzungen zu heilen, so wie damals im Park als er Anita das erste Mal traf, doch diesmal konnte er nicht mehr helfen.. Anita war dem Tode bereits viel zu nahe und sie hatte zu viel Blut verloren. Nacht für Nacht wachte er an ihrem Krankenbett. Seth lauschte ihrem Herzen, das beständig ums Leben kämpfte und schlich sich in die Gedanken um ihre Seele kennenzulernen. Er wusste, dass es nicht nur Mitleid war, welches er verspürte. Es war Liebe, welche ihn zu solcher Zuneigung und Fürsorge trieb.

Langsam glitt er auf Anita zu. Seine sanfte Hand ruhte wieder auf ihrer Stirn und streichelte zärtlich durch ihre Haare. Es war keine Furcht als sie zu zittern begann. Keinerlei Zweifel regten sich in ihr, als sie ihre Sachen packte und sich im Beisein ihres Retters anzog. Sie war nun frei zu gehen wann und wohin sie wollte. Zwar würde sich das Krankenhauspersonal wundern, wohin sie verschwunden war, doch war es ihre freie Entscheidung zu gehen.

Geschickt führte er sie unbemerkt nach draußen. Ein schwarzer Mercedes war nur wenige Meter vom Krankenhaus entfernt geparkt. Als sich Anita auf den weichen Ledersitzen niederließ, fragte sie nicht, wohin er sie bringen würde, sondern lehnte sich einfach zurück und genoss den Reiz des Unbekannten. Wenige Minuten später gelangten sie zu einem Waldstück. Silbern glänzte der Mond am Firmament und schaudernd stieg sie aus dem Wagen. Zärtlich berührte die kühle Nachtluft ihre Haut.

Sehnsuchtsvolle Blicke wanderten über ihren Körper und schienen kleine Feuer zu entfachen. Ihre Brust hob und senkte sich erwartungsvoll, als sich die starken Arme ihres Begleiters um sie legten. Zärtlich hob er sie an und trug sie einige Meter zu einer Lichtung, auf der bereits eine Decke ausgebreitet war. Anita wunderte sich nicht darüber, sondern ließ sich einfach fallen. Kühle Küsse wanderten langsam über ihr Gesicht und ihr Dekollté und verharrten schließlich auf ihrem Hals. Leise raunte Seth: „Sehnst du dich nach ewiger Freiheit? Die Macht nie wieder durch irgendwen Schmerzen erdulden zu müssen?“

Anita fühlte seine raue Zunge nach ihrem Puls tasten und seine Hände, die sich begierig unter ihr Kleid schoben. In Gedanken gehörte sie ganz ihm und sie hörte sich selbst ein leises aber sicheres Ja flüstern. Als sich seine Zähne hart in ihren weichen Hals bohrten und er begann ihr heißes Blut zu trinken, musste sie an Andreas denken. Sie gab sich mit Leib und Seele einem anderen Mann hin und sonnte sich im Rausch der Nacht. Als sie immer schwächer wurde und Seth ihr schließlich sein Blut gab, schloss sie lächelnd die Augen. Der Engel des Todes hatte sein Opfer erhalten, doch sie würde ewig leben und endlich wieder lieben...

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