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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Hungrige Seele


(Mittel: 7337 Zeichen)
 Janne M. Eckhoff Online seid 24.10.2006
(965 mal gelesen)

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Weit in der Ferne war das Rauschen des Wassers zu hören. Sonst war alles ganz still. Der Duft von frisch gemähtem Gras lag in der Luft, er kam von den wiesen außerhalb der Stadt.

Der helle Schein des Mondes fiel auf die Ruinen von Hochhäusern und Mietskasernen. Er gab ihnen ein gespenstisches Leuchten. Über all dem schwebte die düstere Atmosphäre des Todes. Seit vor zehn Jahren alle Bewohner dieser Stadt an einer eigenartigen Seuche gestorben waren, hatte niemand mehr den Ort betreten, denn man sagte er wäre Verflucht.

Nun, vielleicht stimmte es sogar, doch das hatte Hillary nicht von einem Besuch abgehalten. Hillary war 29, eine Frau in den Besten Jahren, und Landschaftsarchitektin. Sie hatte während ihres Studiums von der alten Stadt gehört und hatte es sich nun zur Aufgabe gemacht, diese furcht erregende Betonlandschaft in eine grüne Oase zu verwandeln.

Die Erlaubnis dafür hatte sie bereits erhalten, doch nur mit einhergehenden Warnungen von Seiten aller Kollegen und Angehörigen. Diese hatte sie allerdings gekonnt ignoriert. Sie fürchtete sich nicht und an Flüche und der Gleichen hatte sie noch nie geglaubt.

So kam sie also in jenem Sommer in einen der Nachbarorte und mietete sich in einem hotel ein, von dem aus man die Stadt sehen konnte. Als sie angekommen war, war es schon dunkel und sie fühlte sich von ihrer Reise sehr ermüdet. Deshalb ging sie auch sofort auf ihr Zimmer. Sie öffnete das Fenster und sah lange hinaus. Etwas zog sie in seinen Bann. Ihr war auf einmal furcht bar warm und gleichzeitig stellten sich die feinen Haare auf ihren Armen auf. Sie spürte feste Blicke auf sich ruhen, die scheinbar von der alten Stadt ausgingen und sah, wie dicker Nebel über die Felder kroch. Plötzlich war Hillary von Nebelschwaden umhüllt. Sie lasteten wie Blei auf ihr und schienen sie buchstäblich zu ersticken. Sie schlug um sich, doch ihre Bewegungen waren träge und schwächten ihren Körper nur zusätzlich.

Krampfhaft versuchte Hillary den Lichtschalter an der Wand zu erreichen, aber sie kam nicht vorwärts. Sie war im Nebel gefangen. Dann sah sie zum ersten mal die Gesichter. Sie schienen komplett aus Nebel zu bestehen und sie hatten alle den selben, verzweifelten Ausdruck. Es waren so viele, jeden alters und Geschlechts und sie alle waren ruhelose Seelen, die nach dem Frieden suchten. Das konnte Hillary an ihren Blicken erkennen. Starr, hilflos und flehen, die Münder zu stummen Schreien verzerrt.

Hillary erwachte laut schreiend auf dem Boden ihres Hotelzimmers. Ihre Kleidung klebte an ihrem Körper und das Fenster stand noch immer weit offen. Wie spät es wohl sein mochte? Die Sonne stand schon hoch am Himmel und das geschäftige Treiben der Straßen war deutlich zu vernehmen.

Hillary stand auf. Jedes Gelenk ihres Körpers schmerzte und ihr Kopf dröhnte. So schlich sie in gekrümmter Haltung ins Bad.

Vor lauter Entsetzen wäre sie beinahe in Ohnmacht gefallen als sie in den Spiegel sah. Das war doch nicht etwa sie, dieses blasse, ausgezehrte Mädchen mit den dunklen Augenringen? Hatte dieser Traum sie so verunstaltet? Von ihren Sommersprossen war nichts mehr zu entdecken und auch der seidene Glanz ihrer schwarzen Haare und das lebhafte Schimmern ihrer braunen Augen waren einfach verschwunden.

Nachdem Hillary sich ein wenig vom Schock erholt, geduscht und sich umgezogen hatte, machte sie sich auf den weg in die alte Stadt. Selbst am hellen Tage wirkte die Stadt mehr als bedrohlich, doch sie war ja schließlich nicht zum Spaß hier.

Mit Hilfe von alten Stadtplänen und Gebäudeskizzen begann sie erste entwürfe für ihr Projekt zu zeichnen. Aber wirklich bei der Sache war sie nicht und die Sonne blendete sehr unangenehm. So brach sie ihre Arbeit schon nach wenigen stunden wieder ab und machte einen kleinen Rundgang. Sie kam dabei in ein Villenviertel mit großen alten Bauwerken. Hillary fand es viel zu schade, diese Gebäude niederreißen zu lassen und dachte sich, dass eine Sanierung vielleicht sinnvoll wäre. Mit ein paar Rosenranken an der Fassade würden sie bestimmt ein schönes Bild abgeben.

Genau in diesem Moment bemerkte sie das milchige Schimmern hinter einem der Fenster und erkannte bei genauerem hinsehen eines der Gesichter aus ihrem Traum.

Ohne weiter darüber nachzudenken stieß sie die alte Tür des Hauses auf und lief den Flur entlang. Im Zimmer in dem sich das besagte Fenster befand, standen viele alte Möbel im altamerikanischen Landhausstil. Aus diesem Zimmer führte eine Treppe nach unten, vermutlich in den Keller des Hauses. Kurz flackerte das unheimliche Leuchten auf der Treppe auf und ein schweres Seufzen ging durch den Raum. Hillary zuckte zusammen. War das wirklich ihr Name gewesen den sie zu vernehmen glaubte? Ein Hilferuf?

Schon auf der Treppe schlug ihr der süßliche Geruch von Verwesung in die Nase und je tiefer sie hinunter ging, umso stärker wurde es. Unten angekommen rang sie nach Luft. Sie schwitzte und zitterte am ganzen Körper vor lauter Angst, doch sie wusste, dass es nicht mehr zurück ging.

Auf einmal schien ihr all das so unendlich vertraut. Das Zittern verschwand und ein Lächeln entspannte Hillarys Gesichtszüge. Sie ging zielstrebig auf eine der Kellertüren zu und öffnete sie.

Schön das du endlich wieder da bist., Sagte jemand als Hillary den Großen Kellerraum betrat.


Ja, wirklich. Wir haben dich alle so sehr vermisst in den letzten zehn Jahren!, Meinte eine andere der schwarzen Gestallten, die um Hillary herum standen. Hat der Plan funktioniert? Einwandfrei!, Entgegnete Hillary und lächelte, wenn ich nicht zurückkehre werden sie Suchtrupps schicken.
Und dann werden wir noch viel mächtiger werden., Sagte ein großer Mann der etwas abseits stand, dann werden wir unseren Blutdurst endlich stillen können! Das hast du sehr gut gemacht, meine schöne. Er ging auf Hillary zu und kniete sich vor ihr hin. Du hattest mir damals etwas versprochen, weißt du noch, Fragte Hillary mit erwartungsvollem Blick, unsere Abmachung lautete folgendermaßen: ich besorge euch Nahrung und ihr nehmt mich dafür in euren Kreis auf. Ich war damals noch sehr jung aber ich erinnere mich nun wieder an alles. Der Mann lächelte und entblößte dabei seine langen, scharfen Eckzähne. Dann weißt du auch, warum du eine von uns sein wolltest, Fragte er. Natürlich, wie könnte ich es jemals vergessen, wo ich doch nur dir allein gehöre, Nun sank auch Hillary auf die Knie und umschlang den hageren Vampir mit den schwarzroten Haaren. Dann ist es besiegelt. Von heute an wirst du bis in alle Ewigkeit meine Geliebte sein und mit mir die Nacht durchstreifen., Sagte der Vampir und öffnete den Mund. Hillary spürte einen kurzen Stich, wie von einer Nadel und versank dann in einem Gefühlsrausch.
Ich liebe dich! Hauchte sie. Hier war ihre Heimat, genau hier. In dieser Stadt, die nur von Vampiren bewohnt war.

Dafür, dass Hillary glücklich werden konnte, ließen in den darauffolgenden Jahren mehr als 50 Menschen ihr Blut. Nur für eine liebeshungrige kleine Seele.

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