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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Das Duell


(Lang: 21654 Zeichen)
 Zenobia Online seid 12.01.2006
(1161 mal gelesen)

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Seit einigen Nächten geschahen merkwürdige Dinge in Nicholas Revier. Immer wieder fand er Menschen mit aufgerissenen Hälsen auf offener Strasse liegen.
Das Blut bildete jedes Mal eine riesige Lache um die Körper herum. Nicholas ahnte, was das bedeutete, wenn der Artgenosse den Lebenssaft verschmähte.
Er wollte ihn, als Revierinhaber, provozieren und durch die Morde seine Absichten kundtun. Wahrscheinlich würde es nicht mehr lange dauern, bis sich der Unbekannte zeigen würde, um seine Forderungen zu stellen.
Nicholas war darauf gefasst. Er hatte im Laufe der Jahrhunderte schon öfters sein Gebiet verteidigen müssen.
Das war eben das Schicksal, wenn man gute Jagdgründe besaß. Es gab immer andere Unsterbliche, die sie erobern wollten.
Durch seine Kampferfahrung blieb Nicholas, bis jetzt, noch einigermaßen gelassen. Er hatte den anderen zwar noch nicht gespürt, aber das musste nicht bedeuten, dass er stärker war.
Bei dreihundert Jahren Lebenserfahrung, fühlte er sich ziemlich sicher.

An einem Abend, als Nicholas selbst auf Jagd war und über sein Gebiet hinwegglitt, hörte er den Schrei einer Frau.
Sogleich ortete er die Herkunft des Schreies, aber als er zu der Stelle kam, war sie bereits tot und ihr Hals abermals zerfleischt, wie bei den anderen Opfern.
Sie musste erst kurz vor seinem Eintreffen, gestorben sein, denn ihr Körper war noch warm und das Blut floss aus der klaffenden Wunde.
Suchend blickte Nicholas sich um, musterte die umliegenden Dächer und den Himmel, aber er konnte nichts entdecken und auch keine Schwingungen spüren.
Wo versteckte der andere sich?
Allmählich kamen ihm Zweifel, ob es diesmal einfach werden würde, zu siegen.
Der intensive Geruch des Blutes auf dem Asphalt, lenkte ihn ab und ließ seine Adern zusammenkrampfen. Er starrte auf die Lache zu seinen Füssen, aber die Gier erwachte nicht. Nicht, wenn sie schon tot waren.
Er brauchte den Puls, als Stimulans, gepaart mit dem menschlichen Geruch. Die Geräusche des Herzens, versetzten seinen Körper in Aufruhr und wenn er ihnen lauschte, dann ballte sich die Gier in seinem Bauch zusammen, um langsam hoch zukriechen, während der Puls in seinen Ohren, unaufhörlich zu einem Dröhnen anschwoll, um dann plötzlich auszubrechen und das Opfer zu packen.
Vermutlich war es ratsam, seine Kraftreserven schnellst möglich aufzufüllen. Wer wusste schon, wann der Herausforderer, sich zeigen würde. Sicher in einem Moment, in dem Nicholas am schwächsten war, so wie jetzt.
Hungrig und ausgezehrt.

Er hörte auf einmal ein schwaches Flirren der Luft und spürte leichte Vibrationen im Körper.
Der Andere!
Nicholas erblickte ihn, in einigen Yards Entfernung, an einer Straßenlaterne, lehnen. Der schwarzhaarige Unbekannte setzte sich langsam in Bewegung, kam auf menschliche Weise auf Nicholas zu.
Dieser rührte sich nicht von der Stelle, beobachtete den Fremden sehr genau, um einem Überraschungsangriff zuvor zukommen.
Er wusste ja nicht, ob sich der andere an die Regeln des Kodex hielt. Heutzutage verkamen die alten Gesetze immer mehr.
Die jungen Unsterblichen kannten Begriffe, wie Respekt und Ehre nicht mehr. Schon einige Male, hatten ganze Horden von Jungen, die Grundstücke von Älteren überfallen und sie niedergemetzelt.
Nach altem Gesetz, war das eindeutig Mord.
Die Vernichtung eines Artgenossen war nur im Duell legitim, oder bei der Sühne.

Der andere Unsterbliche, mit südländischem Aussehen, war nun auf einige Schritte herangekommen und sah Nicholas abschätzend an. Er verzog keine Miene, als er ihm mitteilte, dass er sein Revier wolle und dass Nicholas Garten, morgen der Austragungsort, des Duells sein solle.
Der Revierbesitzer erklärte sich einverstanden und erwiderte den kalten Blick des Herausforderers, aus stahlblauen Augen.
Nicholas schätzte ihre Stärke, aufgrund der Aura, die er spürte, ungefähr gleich ein und das beruhigte ihn ein wenig. Zumindest war der andere Vampir nicht mächtiger.
Wahrscheinlich, weil er äußerlich, im Gegensatz zu Nicholas, sehr jung war.
Der Ältere schätzte sein Umwandlungsalter auf Anfang zwanzig. Er hingegen, hatte schon reife vierzig erreicht gehabt, als ihn ein damaliger Freund, unsterblich machte. Nicholas war an Tuberkulose erkrankt und hatte nur noch den Tod zu erwarten gehabt.
Damals ließ er seine geliebte Frau und seine drei Kinder, für dieses neue Dasein zurück. Er hatte den Preis für die Unsterblichkeit gekannt, seine eigene Beerdigung inszeniert, um für die sterbliche Welt, tot zu sein.
Die schwerste Bürde, war die Trennung von seiner Frau gewesen. Sie hatten sich sehr geliebt und er quälte sich lange damit, nicht zu ihr zurück zu können. Er hatte sie oft beobachtet, oder sie heimlich im Schlaf betrachtet. Einmal war er dabei schwach geworden, hatte sich ihr genähert und sie geliebt. Estelle hatte es für einen erotischen Wunschtraum gehalten. Um sich abzulenken, verließ er England für viele Jahre.
Sein Herausforderer wandte sich nun von ihm ab und sagte:“ Wir sehen uns morgen. Noch wohl bekommt’ s. Dein Nahrungsangebot hier, ist ja ganz gut, wie ich feststellen durfte. Auch, wenn ich nur gekostet habe.“
Dabei grinste er Nicholas hinterhältig an und verschwand in der Luft.

Nach seiner erfolgreichen Jagd, kehrte der Ältere zu seinem Haus zurück. Es war ein unscheinbares Einfamilienhäuschen in einem Londoner Vorort, mit großem Garten. Nichts besonderes, aber das war ihm gerade recht. Er wollte nicht weiter auffallen.
Seine drei Gefährtinnen saßen gerade im Wohnzimmer zusammen und kicherten, als er hereinkam.
Madeleine bemerkte, als erste seinen ernsten Gesichtsausdruck und spürte die Gefahr. Sie war die Älteste der drei Frauen.
„ Was ist, Nicholas?“
Er blickte in die Runde:“ Packt eure Sachen! Ihr müsst den Tag irgendwo anders verbringen. Ich wurde herausgefordert.“
Madeleine nickte nur und verließ das Zimmer. Sie kannte das Prozedere schon. Anne und Claire wussten hingegen nicht genau, von was er sprach.
Claire, seine Jüngste, fragte verwirrt:“ Wieso? Wo soll ich hin?“
Nicholas entgegnete:“ Madeleine wird schon etwas finden. Geh einfach mit ihr. Es wäre zu riskant, wenn ihr hier bleibt. Ich weiß nicht, was der Unbekannte vorhat. Wir werden in unserem Garten kämpfen und ich kann nicht garantieren, dass ich gewinne.“
Claire stürzte zu ihm und umarmte ihn stürmisch:“ Du musst siegen. Ich will dich nicht verlieren.“
Er streichelte über ihre Wange und lächelte.“ Ich tu mein Bestes, glaub mir. Und nun geh!“
Seine kleine, blonde Prinzessin fügte sich widerwillig, küsste ihn zum Abschied und verschwand dann in den Keller, um noch einige Dinge mitzunehmen.
Anne war schon vorhin mit Madeleine verschwunden. Claire war die Einzige von ihnen, die er verwandelt hatte. Sie war noch sehr jung und weckte immer wieder seinen Beschützerinstinkt.
Madeleine hingegen, konnte sehr gut auf sich alleine aufpassen. Sie war es gewohnt, allein zu leben und hatte hundertfünfzig Jahre hinter sich.
Nicholas hörte, wie sie im Flur sagte:“ Also, Mädels! Hauen wir ab!“
Dann war er allein.

Er trat an die Schublade einer alten Kommode und zog sie auf. Darin kam ein Kurzschwert, auf Samt gebettet, zum Vorschein.
Es hatte schon einigen unsterblichen Gegnern, den Kopf abgetrennt.
Nicholas hob es heraus, betrachtete die blitzende Klinge und fuhr leicht über die Schneide. Es hinterließ einen schwach blutenden Kratzer, der sich schnell wieder schloss.
Zufrieden mit der Schärfe, der Klinge, legte er es wieder zurück.
Bis morgen!

Die Regeln eines Duells waren nach dem Kodex ziemlich genau festgelegt.
Vor dem eigentlichen Kampf, musste die Herausforderung persönlich ausgesprochen werden. Daran hatte sich der Fremde gehalten.
Vermutlich würde er sich auch an die Weiteren halten. Nur von Unsterblichen zu Unsterblichen und nur mit Zähnen und Klauen.
Das Schwert oder Messer durfte erst am Ende eines Kampfes, wenn der Sieger schon feststand, für den Gnadenhieb eingesetzt werden.
Gnade deshalb, weil der Verlierer mit abgeschlagenem Kopf, ohne Bewusstsein am Morgen verbrannte. Er hätte sonst schreckliche Schmerzen zu erdulden.

Nicholas erwachte heute früher, als sonst. Wahrscheinlich, weil sich sein Körper unbewusst auf das Duell eingestellt hatte. Der Himmel war noch leicht rötlich, als er in die Wohnräume trat.
Die Leere im Haus und auch in seinem Bett, war ungewohnt.
Normalerweise schlief Claire oder Madeleine bei ihm. Anne war mehr Claires Gefährtin. Sie führten eine Art Dreiecksbeziehung.
Ein wenig Furcht vor dem Kampf, verspürte er schon. Es war ein fast ebenbürtiger Gegner und er konnte nicht genau abschätzen, wie stark der andere wirklich war.
Vom Aussehen her, würde sich Nicholas mehr Chancen einräumen. Sein Gegner war schmächtiger und jünger. Aber das waren, in ihren Kreisen, keine verlässlichen Zeichen für geringere Macht.
Nicholas betrachtete sich im Spiegel, der über der Kommode hing, aus der er das Schwert herausnahm.
Man sah ihm an, dass er spät unsterblich wurde. Seine braunen, halblangen Haare waren von grauen Strähnen durchzogen und in den Augenwinkeln zeichneten sich leichte Fältchen ab.
Das tat seiner Attraktivität bei Artgenossen allerdings keinen Abbruch, verlieh ihm eher eine respekteinflößende Ausstrahlung.
Nun steckte er das Schwert in die Halterung, an seinem Gürtel und zog eine Jacke über.
Er würde auf dem Dach seines Hauses, auf den Herausforderer warten. Dann entdeckte er ihn hoffentlich rechtzeitig.

Nicholas hockte auf dem First und betrachtete die Sterne, die zwischen den Wolken hervorschauten.
Ein leichter Nieselregen setzte ein, was ihn überhaupt nicht kümmerte. Er brauchte die Kälte nicht mehr zu fürchten.
Immer wieder suchte er den Himmel nach einer Gestalt ab, aber bis jetzt, ließ sich niemand blicken.
Seine Sinne arbeiteten auf Hochtouren, um die kleinste Veränderung sofort zu bemerken. Jeder Bruchteil einer Sekunde zählte, konnte über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Fast die halbe Nacht saß er nun schon hier, inzwischen völlig durchnässt. Die nassen Klamotten würden ihn später eher behindern, als vor Bissen und Kratzern schützen.
Also, zog er die Jacke und den Pulli aus, damit er genug Bewegungsfreiheit hatte.
Gerade warf er den Pulli auf die Dachziegel, als sein Gegner plötzlich einige Schritte von ihm entfernt, da stand und ihn heimtückisch anlächelte.
„ Sei gegrüßt, Nicholas! Ich wollte mich nur noch vorstellen. Damit du weißt, wer dich zur Strecke bringen wird. Mein Name ist Lorenzo und mich hat es vom sonnigen Spanien in diese kalte, verregnete Gegend verschlagen. Lass uns beginnen!“
Der Revierbesitzer raunte:“ Von mir aus.“, und griff sofort an.
Damit hatte Lorenzo nicht gerechnet. Er wurde in den Arm gebissen und vom Dach geschleudert. Natürlich fing er sich ab und wollte Nicholas aus der Luft angreifen, aber der war schon bei ihm und packte ihn am Bein.
Nicholas krallte sich mit seinen Klauen, in die Wade des anderen und zog ihn mit sich zu Boden. Dort versuchte er Lorenzo auf die Erde zu pressen, aber der schlug mit seinen ausgefahrenen Klauen nach Nicholas Gesicht und erwischte ihn an der Brust.
Vier tiefe Kratzer klafften nun in der Haut und bluteten kurz, aber es versiegte, aufgrund der schnellen Heilung wieder.
Das Ziel eines Kampfes war, dem Gegner stark blutende Wunden zuzufügen, die ihn in kurzer Zeit schwächen würden. Das war die einzige Möglichkeit dem Gegner zu schaden. Schmerz empfanden die Unsterblichen dabei nicht.
So versuchte jeder der Kontrahenten, dem anderen eine Hauptarterie aufzureißen.
Nicholas kniete über Lorenzo, wehrte die Attacken seiner Klauen ab und wollte seine Handgelenke zu fassen bekommen.
Der andere knurrte wütend und bleckte die Reißzähne, versuchte sich unter Nicholas Knien herauszuwinden, die er ihm in die Brust stemmte.
Bei beiden Vampiren glühten die Augen vor Gereiztheit.
Da erwischte der Ältere, Lorenzos Handgelenk, mit den Zähnen und verbiss sich darin. Nicholas hatte eine Vene getroffen. Unter seinen Lippen quoll das Blut hervor und er begann zu saugen.
Der Spanier versuchte den Arm wegzuzerren, aber Nicholas hielt ihn noch mit der anderen Hand umklammert.
Das war die Chance für den Hausherrn. Er musste ihm soviel Blut, wie möglich rauben. Dadurch, dass er gestern gejagt hatte, konnte er heute wieder einen Teil des Saftes aufnehmen.
Die Schläge und Kratzer die er während des Trinkens einstecken musste, schienen ihn nicht zu berühren. Seine Wange wurde aufgeschlitzt und die gegnerische Faust donnerte einige Male gegen seinen Schädel.
Als er satt war, ließ Nicholas von der Ader ab und drückte den Arm von Lorenzo mit Mühe zu Boden. Dabei tropfte Blut aus seiner Nase heraus. Sicherlich von den Schlägen an seinem Kopf.
Nun hatte sein Gegner nur noch einen Arm frei, mit dessen Krallen, Lorenzo ihm den Oberkörper zerfleischte. Die Haut hing stellenweise in Fetzen herunter, aber Nicholas konzentrierte sich jetzt nur auf die Hauptader des Unterlegenen. An die musste er herankommen und dafür nahm er weitere Verletzungen in Kauf.
Er ließ Lorenzo weitertoben und sich unter seinem Gewicht winden und wartete nur auf den richtigen Augenblick. Er bekam ihn.
Der Herausforderer präsentierte ihm kurz die Schlagader, als er den Kopf herumwarf und Nicholas zögerte keinen Augenblick, ließ den einen Arm von Lorenzo los, packte ihn an den schwarzen, langen Haaren und schlug seine Zähne, so tief er konnte, in dessen Halsseite.
Sein Gegner fauchte wild, zerkratzte seinen Rücken, aber Nicholas grub seine Zähne noch tiefer in das Fleisch. Dann zog er mit einem kräftigen Ruck den Kopf zurück und riss Lorenzo dabei die ganze Seite auf. Das Blut schoss Nicholas ins Gesicht und er sprang nun auf die Füße, um abzuwarten.

Sein Gegner richtete sich ebenfalls auf und betrachtete Nicholas lauernd. Das Blut floss unaufhörlich aus der großen Fleischwunde, färbte die Kleidung auf der einen Seite rot. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis Lorenzo zusammenbrechen würde.
Nicholas betrachtete seinen Gegner bloß noch, um seine folgenden Attacken abzuwehren. Er riskierte ab jetzt keine Verwundungen mehr.
Dem anderen hingegen blieb nicht mehr viel Zeit, um den Revierbesitzer ernsthaft zu verletzen.
Mit einem gewaltigen Satz, stürzte er sich auf Nicholas, doch dieser wich nur aus.
Dieses Spiel trieben sie einige Male, bis Lorenzos Beine anfingen zu zittern. Nicholas hatte keine Lust mehr, es noch länger hinauszuzögern.
Er sprang knurrend auf den anderen Unsterblichen, riss ihn zu Boden und verbiss sich in der noch unversehrten Halsseite.
Abermals zerfetzte er eine Arterie und zog sich wieder zurück. Alles ging so schnell, dass Lorenzo ihn nicht mal verletzt hatte.
„ Elender Schweinehund!“, fluchte dieser.
Er tastete mit einer Hand nach der neuen Wunde und starrte fassungslos auf die Hand voller Blut.
„ Gib auf!“, forderte Nicholas. „ Oder soll ich dich noch mehr auseinander nehmen? Du hast keine Chance mehr.“
Lorenzo schüttelte nur den Kopf und zog nun sein Schwert. Es war länger, als das von Nicholas.
Der Ältere zog ebenfalls seine Waffe:“ Na gut. Wie du willst?!“
Sie umschlichen sich mit erhobenen Schwertern, starrten dem anderen jeweils in die funkelnden Augen.
Da sich Nicholas haushoch überlegen fühlte, machte er einen Sprung nach vorn und wollte auf Lorenzo einschlagen. Aber der duckte sich und hieb sein Schwert mit voller Wucht in Nicholas Seite.
Der Ältere spürte regelrecht, wie seine Muskeln zerschnitten wurden und natürlich erwischte es auch einige Adern.
<< Verdammter Mist!>>, schoss ihm durch den Kopf und er sah Lorenzos amüsiertes Grinsen:“ Von wegen, gib auf! Jetzt herrscht wohl wieder Gleichstand. Mal sehen, wer schneller schlapp macht.“
Nicholas fühlte das Blut aus dem tiefen Schnitt heraussprudeln und er verfluchte seine Nacktheit. Ansonsten hätte es zuerst das Leder seiner Jacke und den dicken Pulli zerschnitten. Dann wäre die Klinge nie so tief eingedrungen.
Er presste mit einer Hand die Ränder der Wunde zusammen und mit der anderen hielt er sein Schwert auf den Gegner gerichtet.
Diesmal griff der Spanier an, schoss frontal auf ihn zu und fuchtelte mit der Waffe hin und her. Nicholas brachte sich durch einen Sprung in die Luft, in Sicherheit und stach dann nach unten. Er verletzte den Rücken seines Angreifers.
Allmählich verließen Lorenzo immer mehr die Kräfte, aber auch Nicholas spürte Schwäche in den Beinen.
Sie belauerten sich ein weiteres Mal, standen beide regungslos im nassen Gras, um keine Kraft zu vergeuden.
Bei Beiden strömte noch immer Blut aus den Wunden. Nicholas hatte die geringere Verletzung, so dass der Strom schon bald versiegen würde.
Das Gesicht seines Gegners wurde ausgezehrter, die Wangen waren eingefallen und die Knochen zeichneten sich bereits ein wenig ab. Die Halswunden schlossen sich nicht schnell genug, weswegen Lorenzo sicher schon die Hälfte seines Lebenssaftes eingebüßt hatte.
Nicholas musste ihn hinhalten, bis er zu schwach wäre, sich zu wehren.

Er flüchtete sich scheinbar aufs Dach zurück und Lorenzo folgte ihm natürlich.
Genau da, wollte Nicholas ihn haben. Er ging einige Schritte zurück, richtete sein Schwert auf den Spanier, bis die Fernsehantenne sein Weiterkommen verhinderte.
Nicholas setzte nun alles auf eine Karte. Er musste den anderen endlich unschädlich machen.
Er riss die Antenne aus ihrer Halterung und rammte sie in Lorenzos Leib, der die Situation ausnutzend, vorsprang, um Nicholas zu packen.
Bei dem Versuch sich von dem Ding zu befreien, zerschnitten die querstehenden Metallstäbe, immer mehr Adern, in Lorenzos Bauch.
Nicholas hielt das Ende der Antenne eisern fest und sein Kontrahent zerrte daran, wie der Fisch an der Harpune. Sein Knurren wurde wilder und er versuchte mit den Klauen nach Nicholas zu schlagen, aber der Metallstab brachte genügend Abstand zwischen die Beiden.
Nur Lorenzos Schwert war noch eine Bedrohung, mit dem er nach Nicholas schlug. Deshalb ließ der die Antenne los, sein Herausforderer verlor das Gleichgewicht und rutschte die Dachschräge hinunter. Dabei verklemmte sich der Antennenstab zwischen Dach und Regenrinne und Lorenzo hing nun daran und kam nicht mehr los.
Seine Arme erreichten die Rinne nicht, um sie zu verbiegen und sich die vielen Stäbe aus dem Oberkörper zu reißen, würde ihn noch mehr verletzen. Er hatte sein Schwert beim Sturz verloren und das hatte sich jetzt Nicholas angeeignet. Er hatte wohl verloren.

Nicholas stand nun über ihm, am Rand des Daches und betrachtete sich die Lage. Dann fragte er:“ Hast du genug?“
Sein Gegner hing kraftlos an der Antenne, wie an einem Fleischerhaken und antwortete boshaft: „ Mach schon! Bring es hinter dich.“
Lorenzos Unterleib, aus dem der lange Stab ragte, war total zerfleischt und es brodelte darin, wie in einem Vulkan. Er hatte inzwischen keine Kraft mehr und erwartete den Todeshieb von Nicholas.
Dieser holte nun mit dem Schwert aus, schlug zu und der Schädel seines Herausforderers fiel endgültig hinunter ins Gras. Nicholas atmete auf.
Er beobachtete noch, wie die Adern aus dem Halsstumpf krochen, um ihr Gegenstück zu finden und wie die Glieder noch eine Zeit lang zuckten.
Dann rief er per Gedanken, nach seinen Gefährtinnen, die schon wie auf Kohlen sitzend, bei einem verlassenen Fabrikgelände, gewartet hatten.
Madeleine hatte den beiden anderen Frauen eingebläut, ja nicht bei Nicholas nachzufragen, um ihn nicht unnötig abzulenken.

Als sie schließlich beim Haus eintrafen, hing ein kopfloser, nackter Körper an der Dachrinne und der Kopf lag oben auf dem Kamin.
Den Rest würde tagsüber die Sonne erledigen und Nicholas zerhackte dann am nächsten Abend den verbrannten Leib in kleine Stücke und verscharrte sie im Garten.
Er hoffte, dass sich das nicht so schnell wiederholen würde. Seine Verletzungen waren fast verschwunden. Nur noch rötliche Linien erinnerten an die tiefen Schnitte.
Morgen nacht würde er wieder auf Jagd gehen müssen, denn durch den starken Blutverlust, kam der Hunger schneller zurück, als üblich.
Claire war sehr erleichtert, dass ihr Schöpfer weiterhin existierte und nicht zu so einer schwarzen, ausgemergelten Mumie verschmort war, wie dieser Lorenzo.
Sie hatte bis dahin noch nie mit eigenen Augen gesehen, wie die Sonne einen unsterblichen Körper schädigte.
Es war die endgültige Vernichtung!

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