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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Ein Freund namens Fenrick


(Mittel: 11743 Zeichen)
 Leila Online seid 11.01.2006
(1229 mal gelesen)

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Irgendwo in der Ferne bellte ein Hund. Sie ging weiter raschen Schrittes durch die dunkle, mondlose Nacht. Ängstlich sah sie sich alle paar Schritte um. Sie hätte schwören können, dass man ihr folgte, aber vielleicht bildete sie es sich jetzt in der Nacht auch nur ein. Die Tasche an ihrer Seite schien mit jedem Schritt schwerer zu werden. Warum hatte sie auch hierher kommen müssen, fragte sie sich schon zum x-ten Mal in den letzten Minuten. Es war ein Fehler gewesen. Vor allem allein. Vor zwei Tagen war sie noch glücklich mit Andrew am Seeufer entlang geschlendert und jetzt das! Es wollte einfach nicht in ihren Kopf. Manchmal glaubte sie zu träumen und hoffte nur darauf, dass sie ganz schnell aufwachen würde. Aber sie wachte nicht auf. Es war kein Traum.
Gestern hatte ihr Handy geklingelt. Fieberhaft hatte sie in ihrer wie immer überfüllten Handtasche danach gesucht, während die orientalischen Klänge immer lauter wurden. Ein kurzer Blick aufs Display, keine Nummer. Der Anrufer hatte sein Gerät auf anonym gestellt.
„Hallo?“ Für einen Moment Stille. „Hallo, wer ist da?“ Zögernd: „Sind Sie die… Miss Miller?“
Sie nickte „Ja. Aber wer sind Sie?“ fragte sie den Anrufer.
„Es tut nichts zur Sache wer ich bin. Sie sind die Verlobte von Andrew Green, richtig?“ „Hören Sie, Sie sagen mir jetzt wer Sie sind und was Sie wollen oder…“ Ein kaltes Lachen am anderen Ende der Leitung. „…oder Sie legen auf? Das würde ich an Ihrer Stelle nicht tun, Schätzchen.“ Auf einmal spürte sie Angst, eine kalte Hand schien sich um mein Herz zu legen. Irgendetwas stimmte mit Andrew nicht, das konnte sie fühlen. Wie versteinert saß sie da und die U-Bahnhaltestelle, an der sie hätte aussteigen sollen, verschwand eben vor dem Fenster, aber das kümmerte sie nicht.
„Was ist mit Andrew?“ fragte sie zitternd. „Sie begreifen schnell, Schätzchen, und Sie haben Recht. Wir haben Ihren kleinen Verlobten und wir wollen unser Geld, sonst muss er leider noch eine Weile bei uns bleiben“ sagte der Anrufer in gespielt bedauerndem Ton. Ihr Herz schlug wie rasend. „Welches Geld? Ich weiß von keinem Geld!“ rief sie verzweifelt. Andrew entführt? Aber warum? Sie hatten keine Feinde, sie waren nicht reich, warum sollte jemand so etwas tun?!
Ihr Gesprächspartner gab ein Geräusch des Bedauerns von sich. „Es tut mir leid Ihnen das sagen zu müssen, wo es Andrew doch so gekonnt verschwiegen hat. Andrew schuldet uns noch 200.000$ und jedes Mal, wenn wir ihn fragen, dann sagt er uns, er hat nicht soviel Geld. Aber wir glauben ihm das mittlerweile nicht mehr, Schätzchen.“ Sie schnappte nach Luft wie ein Fisch auf dem Trockenen. 200.000$?! Warum hatte Andrew überhaupt Schulden? Sie hatten doch immer so sparsam gelebt!
„W… warum schuldet er Ihnen das Geld?“ fragte Sie mutig. Der Mann lachte leise. „Nun… er macht gerne das, was wir alle gerne machen. Und dein Andrew hat eben kein glückliches Händchen beim Pokern, Schätzchen.“ Sie glaubte meinen Ohren nicht zu trauen. Andrew sollte Spielschulden vom Pokern haben? Wann sollte er die denn gemacht haben? Er arbeitete doch beinahe jeden Abend bis spät in die Nacht und ihr Geld reichte schon so nur für das allernötigste. Langsam schlichen sich schreckliche Vermutungen in ihren Verstand.
Einen Moment schwieg sie. „Was muss ich tun?“ fragte sie dann entschlossen.
„Bringen Sie uns das Geld! Kennen Sie das alte Fabrikgelände hinter dem Bahnhof? Ja? Sehr gut! Kommen Sie morgen Nacht um 23 Uhr dort hin und bringen Sie das Geld mit. Und keine Polizei oder sie können Ihren Verlobten in Einzelteilen von der Wand kratzen.“
Sie zitterte am ganzen Körper. „Ich werde mich an Ihre Anweisungen halten! Wenn ich nur Andrew zurückbekomme.“ Dann ein kurzer Ausruf des Schreckens. „Morgen Nacht? Wie soll ich bis dahin…“ „Oh, ich bin sicher, Sie werden das irgendwie schaffen! Bis morgen dann, Schätzchen!“ Aufgelegt.
Minutenlang starrte sie auf das Handy, ohne es zu sehen. Wo um alles in der Welt sollte sie bis morgen Abend 200.000$ hernehmen?
Sie stieg aus der Straßenbahn. Der Termin beim Zahnarzt war längst vergessen und unwichtig. Sie machte sich auf den Weg zu ihrer Bank. Aber der Weg war umsonst: „Ihr Konto ist schon seit Monaten überzogen, Miss. Es tut mir leid, aber unter diesen Umständen kann ich Ihnen keinen Kredit gewähren.“ Schon so lange? Warum hatte sie diese Banksachen aber auch immer Andrew überlassen. Sie hatte wirklich keine Ahnung… vor allem nicht davon, was sie jetzt tun sollte. Eine Bank überfallen, schoss es ihr durch den Kopf und sie musste gegen ihren Willen Lächeln.
Den ganzen Nachmittag und auch den folgenden Tag arbeitete sie fieberhaft daran, das Geld zusammen zu bekommen. Sie verkaufte ihr Auto an einen Gebrauchtwagenhändler, plünderte ihr Sparbuch und versetzte das bisschen Schmuck, dass sie besaß und ihre Uhr. Sogar das Silberbesteck, das ihr ihre Eltern vor zwei Jahren zum 30. Geburtstag geschenkt hatten, musste dran glauben. Ihre Eltern… wenn sie noch am Leben wären, könnten sie ihr bestimmt helfen, aber dann dieser Autounfall. Sie vertrieb die Gedanken mit einem Kopfschütteln. Sie brachten sie jetzt nicht weiter. Wenn, wenn, wenn… was half das schon? Wenn Andrew nicht gepokert hätte, dann müsste sie sich jetzt gar nicht den Kopf zerbrechen wo sie auf die Schnelle 200.000$ auftrieb. Irgendwie schaffte sie es 100.000$ zusammen zu kratzen. Inständig hoffte sie, dass wenigstens die Hälfte der geforderten Summe erst einmal genügen würde.
Gegen 22 Uhr machte sie sich auf den Weg zur U-Bahn und fuhr in Richtung Hauptbahnhof. Die U-Bahn war beinahe leer. Die Nachtschwärmer würden erst in ein paar Stunden heimkehren. Jeder einzelne Fahrgast schien auf die große unhandliche Tasche zu schauen, die sie bei sich trug. Ängstlich blickte sie sich um wie ein gehetztes Tier und war froh, als sie aussteigen konnte. Rasch ging sie den Bahnsteig entlang auf den Nordausgang zu.
Als sie in die kühle Nachtluft hinaus trat, konnte sie schon die schlanken Schornsteine des verlassenen Fabrikgeländes sehen. Bedrohlich schienen sie auf sie herabzublicken. Sie zwang sich weiter zu gehen.
Ihr Handy klingelte. Erschreckt fuhr sie zusammen. „Hallo?“
„Sie sind auf dem Weg zu uns?“ „Ja“, antwortete sie. „Sie haben das Geld?“ „J… ja.“
„Kommen Sie ans Haupttor des Geländes. Ich werde Sie dort abholen lassen.“
Irgendwo in der Ferne bellte ein Hund. Sie ging weiter raschen Schrittes durch die dunkle, mondlose Nacht. Ängstlich sah sie sich alle paar Schritte um. Sie hätte schwören können, dass man ihr folgte, aber vielleicht bildete sie es sich jetzt in der Nacht auch nur ein. Die Tasche an ihrer Seite schien mit jedem Schritt schwerer zu werden. Dann stand sie vor dem Haupttor.
Ein Mann in einem schlecht sitzenden Anzug von der Stange lehnte lässig in der offenen Fahrertür eines alten Mercedes.
„Miss Miller?“ Blöde Frage! Wer sonst würde hier schon freiwillig nachts herumlaufen? Sie nickte. „Steigen Sie ein!“ Mit klopfendem Herzen setzte sie sich auf die Rückbank des Wagens. Mit quietschenden Reifen fuhr der Mann los und wenig später hielten sie vor einer der Fabrikhallen. „Steigen Sie aus!“ kommandierte der Fahrer. Als sie im Dunkeln vor der riesigen Halle stand, gab der Fahrer des Mercedes wieder Gas.
Ein Mann trat auf sie zu. „Schön Sie zu sehen, Miss Miller“, sagte er süßlich. „Wir haben telefoniert.“ Mutig trat sie einen Schritt auf ihn zu. Er war recht korpulent und mochte um die 40 Jahre alt sein. „Hier in der Tasche habe ich das Geld.“ Sie atmete tief durch und ergänzte dann: „100.000$“
Der Blick des Mannes verfinsterte sich sofort. „Andrew schuldet uns 200.000$!“ Plötzlich brach all ihre Stärke zusammen. „Ich weiß doch!“ schluchzte sie. „Aber 100.000$ waren wirklich das äußerste, was ich auftreiben konnte. Ich habe sogar meinen Schmuck verkauft.“ Die Tasche fiel zu Boden und sie schlug verzweifelt schluchzend die Hände vors Gesicht. Plötzlich legte ihr jemand eine Hand auf die Schulter.
Sie bemerkte Erstaunen im Gesicht ihres Gegenüber. Hinter ihr stand ein großer blasser Mann in einem langen schwarzen Mantel, der sie ermutigend ansah. „Jetzt brauchen Sie keine Angst mehr zu haben.“

Aber sie fürchtete sich. Glaubte der dicke Mann, der Fremde sei mit ihr gekommen? Bitte nicht! Sie würden Andrew umbringen. „Bitte gehen Sie!“ Aber der Mann ignorierte ihr flehen. „Gehen Sie zur Seite“ sagte er ruhig.
Er schob sie zur Seite und ging forsch und scheinbar furchtlos auf ihren Gegenüber zu. „Wer sind Sie und was fällt Ihnen ein?“ protestierte der dicke Mann, mit dem sie telefonierte hatte. Doch die Furchtlosigkeit des blassen Fremden irritierte ihn. Er trat unsicher vom rechten Bein aufs linke. „Ich rate Ihnen, sich nicht einzumischen!“ „Sonst…?“ fragte der ruhig.
Dann trat er auf den Mann zu, fasste ihn im Nacken und bohrte ihm seine Zähne in den Hals. Sie starrte fassungslos auf die absonderliche Szene. Dann drehte sie sich um und lief davon. Die Absätze ihrer Schuhe hallten in hektischem Rhythmus auf dem Asphalt wieder. Das Tor kam in Sicht.
Sie stieß einen Schrei aus, als sie am Arm festgehalten wurde und herumgerissen wurde. Der blasse Fremde stand vor ihr. „Ihre Tasche.“ Er hielt ihr die große Sporttasche entgegen. Rasch griff sie nach der Tasche und drückte sie fest an sich. Dann blickte sie angstvoll auf.
„Wer sind Sie? Warum helfen Sie mir?“ Sie schauderte und zwang sich ruhig zu bleiben. Blut klebte in den Mundwinkeln des Fremden. „Ich war zufällig hier. Mein Name ist Fenrick.“ Er streckte ihr die Hand entgegen. Zögernd ergriff sie die Hand ihres Retters. „Ich bin Susan.“
Er legte ihr den Arm um die Schultern. Ihr wurde eiskalt. „Wollen wir nicht zurückgehen? Ihr Verlobter wartet auf Sie, Susan.“ „Andrew!“ Raschen Schrittes ging, ja rannte sie beinahe, sie den Weg zurück. Fenrick folgte ihr.
Sie betraten die große Fabrikhalle und an der Wand lehnte Andrew. Er wirkte erschöpft, aber seine Augen strahlten als er sie sah. „Susan!“ Er stand schwankend auf und ging auf sie zu. Sie umarmten sich. „Ich bin so froh, dass es dir gut geht“ sagte sie. Alles um sie herum war vergessen. Zumindest für einen Augenblick.
„Wir sollten gehen“ hörte sie Fenricks Stimme. Die Erinnerung kehrte zurück. Sie klammerte sich angstvoll an ihrem Mann und zerrte ihn rückwärts. „Andrew!“ Andrew sah sie an und dann den Fremden. „Wer ist das?“ fragte er sie. Sie zitterte. Sie schluckte. „Er hat mich gerettet“ gestand sie dann mit unsicherer Stimme. „Er ist…“
Fenrick verbeugte sich. „…Fenrick. Sie haben Glück gehabt.“ Sie blickten den blassen Mann an, in dessen Mundwinkeln noch immer Blut klebte. Sie wusste was sie gesehen hatte. Sie fürchtete sich. Wer war der Fremde? „Wer sind sie?“ fragte sie unsicher.
Er lächelte breit. „Ich bin ein Vampir“ sagte er. Sie glaubte ihm. Sie wusste was sie gesehen hatte. „Ich danke Ihnen“ sagte sie. „Sie haben uns gerettet.“ Sie ergriff seine Hand. „Sie werden mir immer willkommen sein. Sie haben uns gerettet“ sagte sie und wunderte sich selbst über ihre Worte. Andrew stand schweigend neben ihr. „Ich betrachte mich gerne als ihr Freund“ entgegnete Fenrick. Er drehte sich um und verschwand in der Nacht.

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