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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Untergangssymphonie


(Mittel: 9401 Zeichen)
 Michael Schindler Online seid 22.03.2006
(939 mal gelesen)

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Vielen Dank für den schönen Abend. Ich hoffe wir sehen uns bald wieder“
Mit diesen Worten verabschiedete sie sich von mir. Die Tür ihres Hauses schlug vor mir zu. So war einer der schönsten Abende meines Lebens zu Ende. Ich war mit ihr im Kino gewesen und anschließend gingen wir auf einen Drink in ihre Stammkneipe. Aber ich war nur ein guter Freund für sie.
Der „gute Freund“ oder eventuell auch der „große Bruder“. Die zwei undankbarsten Situationen der Welt. Wenn ich ihr gesagt hätte, was ich schon so lange fühlte, wäre die vorhersehbare Antwort gekommen.
„Es tut mir ja leid, aber ich will wirklich nichts von dir. Wir können doch trotzdem Freunde bleiben.“
Das Schicksal meinte es noch nie gut mit mir. Ich war schon einmal hoffnungslos verliebt. Ein gebrochenes Herz braucht lange zum Heilen. Ein zerschmettertes regeneriert sich vielleicht nie. Kaum war mein Herz wieder zusammen hat es sich erneut vergeben. Neuer Schmerz stand bevor.
Ich hatte schon so oft darüber nachgedacht ihr alles zu gestehen, aber es wäre so ausgegangen, wie beim letzten Mal. Manche Leute wurden nicht dafür gebaut glücklich zu sein. Ich gehörte definitiv schon immer dazu.
Warum konnte ich nicht auch einmal die Freude kosten. Kein Mädchen würde einen 1,65 großen Freund wollen, der keine besonderen Begabungen besaß.
Es war nun für mich an der Zeit nach Hause zu gehen. Der Weg war nicht besonders weit, aber zu Fuß brauchte man schon seine Zeit.
Meine Gedanken kamen nicht zur Ruhe. Nie zuvor im Leben war ich so verliebt gewesen, dabei kannte ich sie schon so lange. Jedoch hat es mich erst vor kurzem erwischt, so plötzlich und unerwartet. Leider machte ich mir unbewusst Hoffnungen. Je mehr man hofft umso tiefer fällt man am Schluss. Diese Lektion hatte ich schon vor langem gelernt und sie hatte sich bis jetzt immer bewahrheitet. Für mein Glück zu beten, war eine Gewohnheit, die für mich keinen Sinn mehr machte. Meine Gebete wurden noch nie erhört.
Ich war etwa die Hälfte des Weges gelaufen, als ich eine Frau am Straßenrand bemerkte. Sie stand im Dunkeln, aber war sichtlich aufreizend gekleidet. Sie wurde von mir jedoch kaum registriert. Für mich gab es im Moment Wichtigeres, zu bedenken.
Doch plötzlich redete sie mich an.
„Hallo Kleiner. Hast du Liebeskummer? Warum kommst du nicht zu mir und ich helfe dir.“
Die Worte trafen mich wie ein Schlag. Woher konnte diese Frau das wissen? War sie in der Lage Gedanken zu lesen? All dies schien mir etwas abnormal zu sein. Ich wollte einfach weitergehen, ohne die Frau weiter zu beachten. Aber es war unmöglich. Mein Geist war wie gefangen von ihr. Ich war gezwungen zu ihr zu blicken und unfähig mich von ihr abzuwenden. Von dieser Frau ging eine seltsame Ausstrahlung aus. Ich wollte es nicht, aber irgendetwas zwang mich zu ihr zu laufen. Meine Beine bewegten sich wie von selbst. Mein Geist war gefesselt mit den starken Ketten der Irrationalität und der Verführung. Ihre Stimme klang so weich.
„Wenn dein Mädchen dich nicht will, ist das ihr Pech. Ich finde dich süß. Richtig zum anbeißen. Komm und sei mein Spielzeug.“
Niemand hatte zuvor Interesse an mir geäußert. Es kam so überraschend. Ich musste zu ihr gehen. Als ich ihr näher kam, wurde mir ihre Schönheit bewusst. Das lange Haar hing verführerisch über ihre Schulter. Und diese Kleider. So sahen wohl die Träume jedes Jungen aus.
Ich war bei der Schönheit angekommen. Sie streckte ihre Hand nach mir aus. Alles kam mir wie im Traum vor. Ich wurde von ihr beherrscht. Doch plötzlich drang durch den milchigen Schleier meines Bewusstseins das Bild meiner Liebe. Kurz war sie so deutlich zu sehen, als wäre sie anwesend.
Was tat ich gerade?
Ruckartig war der Bann um mich gebrochen. Die Realität kehrte zurück und ich gewann die Kontrolle über meinen Körper zurück. Jedoch zu spät. Die Schönheit öffnete ihren Mund und sofort sah ich die spitzen Eckzähne.
Zuerst tat ihr Kuss weh, doch danach fühlte es sich gut an. Ich war in Ekstase gefangen. Die Zeit schien stillzustehen. Langsam kamen die Schleier zurück und ich wurde bewusstlos.


Ich hatte einen Traum. Ich war wieder bei meiner Geliebten. Wir saßen zusammen im Gras einer unendlich großen Wiese. Die Blumen um uns herum wackelten im sanften Wind. Die Sonne schien warm und angenehm. Sie sah mich an. Gerade hatte ich ihr meine Liebe gestanden. Ein leicht verschämtes Rot war auf ihren Wangen. Sie holte tief Luft.

„Es tut mir ja leid, aber ich will wirklich nichts von dir. Wir können doch trotzdem Freunde bleiben.“
Ich wusste es. Verdammt ich wusste es!
Die Sonne verschwand und die Nacht kehrte ein. Der Wind wurde zum Sturm und die Wiese verfloss zu einem Meer aus Blut. Meine Geliebte verschwand ebenfalls. Plötzlich stand diese Teufelsfrau hinter mir.
„Komm zu mir. Sie weiß ja nicht, was ihr entgeht. Nimm meine Hand.“
„Was hast du mit mir gemacht? Was bin ich geworden?“
„Du bist jetzt besser, mein kleiner Freund. Besser als deine Geliebte. Sie hat dich nicht verdient. Komm nun zu mir. Deine Freundin ist ohnehin noch zu jung für die Liebe. Ich bin 300 Jahre erfahrener, als sie. Und in Sachen Schönheit kann sie mir auch nicht das Wasser reichen.“
Ich blickte ihr tief in die Augen.
„Doch sie kann.“

Der Traum verblasste und ich wachte auf. Ich lag in einem mir fremden Bett, in einem Raum, den ich noch nie zuvor gesehen hatte. Die Fensterläden waren heruntergelassen. Eine Uhr, die in der Ecke stand, zeigte, dass es Mitternacht war. Vor mir stand die Teufelin, in einen Morgenmantel gekleidet.
„Ich hoffe es gefällt dir hier, das ist mein kleines Reich. Du hast fast ganze 23 Stunden geschlafen. Aber das ist normal.“
„Was ist passiert?“
„Du bist jetzt einer von uns. Willkommen im Leben, mein kleiner Freund. Weißt du, ich habe dich schon lange beobachtet. Das Leben hatte dir nichts zu bieten. Aber das war bei mir genauso. Jetzt kannst du auf ewig mit mir zusammen sein. Lass mich deine neue Geliebte sein.“
Mit der Zunge fuhr ich meine Zähne ab. Erschrocken blieb ich bei meinen Eckzähnen stehen. Das konnte nicht sein. Diese Frau hat mich verwandelt.
„Nein. Ich werde mein Leben nicht hinter mir lassen. Dafür gibt es etwas, dass mir viel zu wichtig ist.“
„Wieso ist sie dir so wichtig? Sie liebt dich nicht und wird es nie tun. Was hält dich noch in deinem erbärmlichen, alten Leben.“
Sie ließ langsam den Mantel an sich herab gleiten und stand dann völlig nackt vor mir. In mir herrschte Gefühlschaos. Es schien immer noch alles so irreal zu sein. Vor kurzem war ich noch auf dem Heimweg und jetzt…
„komm her und fass mich an. Schon viele Männer wollten meinen Körper, aber ich habe nur dich gewählt. Wir werden für immer glücklich zusammen sein. Du bist zwar tot, aber dein Körper funktioniert noch. Schlaf mit mir und ich helfe dir zu vergessen.“
Die Situation übermannte mich. Ich hatte das Gefühl durchzudrehen. Warum passierte das gerade mir? Warum? Das war nicht fair?
Ich sprang aus dem Bett und rannte an ihr vorbei zur Tür hinaus. Die Umgebung erkannte ich sofort wieder. Das Haus meiner Geliebten war nur wenige Häuserblöcke von hier entfernt. Der Instinkt übermannte mich. Ich rannte zu ihr.
Noch keine Minute später war mein Weg beendet. Ich stand auf der Straße vor ihrem Haus. Von hier aus konnte man durch ein Fenster im Erdgeschoss in ihr Zimmer sehen. Sie saß auf ihrem Bett und redete mit ihrer Schwester. Ich duckte mich unter dem Fenster, so dass sie mich nicht sehen konnten. Aus irgendeinem Grund konnte ich ihre Stimmen auch hier draußen noch gut verstehen. Es muss wohl an meiner Verwandlung gelegen haben.

„Glaubst du wirklich, dass er in mich verliebt ist?“
„Natürlich. Das ist doch so offensichtlich. Ständig will er mit dir ausgehen. Und die ganzen Geschenke, die er dir gemacht hat.“
„Was soll ich denn machen?“
„Das musst du schon selbst entscheiden.“
„Ich sage ihm einfach: Es tut mir ja leid, aber ich will wirklich nichts von dir. Wir können doch trotzdem Freunde bleiben. Ich hoffe er versteht es.“

Ich wußte es. Verdammt ich wußte es!
Alles war verloren. Je mehr man hofft, um so tiefer fällt man. Diesen Sturz konnte ich nicht überleben. Es gab keinen Grund mehr für mich zu leben.
Ein kleiner Vogel saß in den Bäumen neben mir und pfiff fröhlich meine Untergangssymphonie.
Plötzlich stand die Schönheit erneut hinter mir. Sie trug wieder ihren Morgenmantel.

„Ich habe dir doch gesagt, sie verdient dich nicht. Aber ich verstehe genau, wie du dich fühlst. Mir ist genau das Selbe passiert, als ich in deinem Alter war. Komm mit mir. Ich lasse dich vergessen. Ich mache dich für immer glücklich.“

Was sollte ich schon noch tun? Es gab nur zwei Optionen.
Ich konnte mit ihr gehen und mein Schicksal anerkennen.
Oder ich konnte hier bleiben und warten, bis die Sonne mich für immer erlöst.

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