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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Freundinnen unter sich


(Mittel: 7770 Zeichen)
 Leila Online seid 19.03.2006
(1040 mal gelesen)

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Ganz zufällig traf ich auf meinem nächtlichen Streifzug auf Fiona. »Wo bist du in der letzten Zeit gewesen?« fragte ich, denn ich hatte mich schon gewundert, dass sie anscheinend unauffindbar war. Sonst war ich doch des Öfteren mit ihr unterwegs gewesen, oder war ihr doch zumindest zufällig begegnet. Sie lächelte geheimnisvoll – und das ließ bei Fiona eigentlich immer auf eine Geschichte hoffen. »Lass uns zu mir gehen« schlug sie spontan vor. Vereister Schnee knirschte unter unseren Schuhen als wir uns auf den Weg machten.


Ihre Wohnung war äußerst luxuriös eingerichtet und ich konnte einen Blick auf einen schwarzen Sarg mit silbernen Beschlägen erhaschen. »Nun erzähl schon« forderte ich Fiona auf als wir saßen. Sie zog eine Strähne ihrer roten Locken aus der hochgesteckten Frisur und drehte die langen Haare zwischen den Fingern. »Und du bist nicht schockiert?« fragte sie und ihre grünen Augen musterten mich. Diese Frage hatte bei Fiona durchaus ihre Berechtigung. Sie liebte es, genau wie ich, mit ihren Opfern zu spielen wie die Katze mit der Maus, aber mein Spiel blieb zumeist… nennen wie es… humaner. »Das wird sich zeigen« antwortete ich, denn obwohl ich wirklich manchmal schockiert war, existierte diese dunkle Seite auch in mir - nur dass sie bei mir seltener zum Vorschein kam.


»Vor einigen Nächten war ich mit meinem schwarzen Hengst unterwegs und auch meinen Jagdfalken hatte ich dabei, um ihm ein wenig Bewegung zu verschaffen. Schnee wirbelte unter den Hufen des Pferdes auf und ich genoss die kalte Luft in meinem Gesicht« sagte sie. »Nach ungefähr zwei Stunden gelangte ich an ein kleines Dorf mit vielleicht zehn oder fünfzehn Häusern; kleine gedrungene Hütten und dahinter ein kleiner Gemüsegarten und ein Misthaufen. Auf der einen Seite rahmte eine staubige Straße die bescheidene Siedlung ein, auf der anderen ein Bach. In der Mitte der Häuser ein kleiner Platz, an seiner Ostseite eine hölzerne Kapelle. Ein idealer Platz.« Sie lachte. »Ich ging zwischen den Häusern hin und her und lauschte, aber ich hörte keine Gedanken, nur den ruhigen Herzschlag friedlich schlafender Menschen.



Ich spähte durch dunkle Fenster und roch das warme Blut in ihren Adern. Eine der primitiven Holztüren war rasch geöffnet. Ich betrat einen kleinen Wohnraum mit einem rohen Tisch aus Holz, auf dem ein benutzter Holzteller neben einem Löffel stand. Auf einem Brett an der Wand standen mäusesicher Vorräte, die Asche im Kamin war bereits am Erkalten. Meine Sinne führten mich zu der einzigen Tür, die von diesem Raum abging und dort lagen auf einem schmalen Holzbett mit Strohmatratze ein Mann, eine Frau und, am Fußende zusammengerollt, ein schon etwas älterer Junge. Daneben stand eine Wiege, in der ein Kleinkind schlief« Schweigend hörte ich Fiona zu.


»Ich hob den Jungen auf, ohne dass er erwachte, und verließ die stickige, vom Feuer rauchige Hütte, um draußen im Mondlicht zu trinken. Warm und süß rann das Blut durch meine Kehle, und zusammen mit dem Blut des Mädchens genügte es mir für diese Nacht. Die Leichen nahm ich mit mir und versteckte sie im nahen Wald. Der erste Schritt war getan.
Eine Nacht später ritt ich wieder in das Dorf. Am Waldrand stieg ich ab und ging dann zu Fuß weiter. Es war noch einigermaßen früh am Abend und in manchen Häusern war noch die kleine Flamme einer vereinzelten Kerze oder das schwache Glimmen eines Feuers zu sehen. Wieder horchte ich nach Gedanken und ich empfing dieses Mal eine gewisse Verstörtheit und Furcht wegen der verschwundenen Kinder. Aus dem Haus, in dem ich in der Nacht zuvor getötet hatte, hörte ich das gedämpfte Schluchzen einer Frau« erzählte sie ohne jedes Gefühl. Aber hat Fiona überhaupt jemals Gefühle gezeigt? Ich kann mich nicht daran erinnern. Nicht den Menschen gegenüber. Sie liebte ihre dunkle Seite und sie versteckte sie nicht. Sie hatte also einfach in einem kleinen Dorf die beiden Kinder einer Bauernfamilie verschwinden lassen.
»In dieser Nacht wählte ich ein anderes Haus und trank das Blut einer jungen Frau« bemerkte sie genießerisch. »Erst im letzten Moment ließ ich sie wissen was ich bin und sie sah mich mit diesem schreckgeweiteten Blick an, den ich jedes Mal zu sehen bekomme. Sie begann zu betteln und mich anzuflehen. Ich betrat die schlichte Holzkapelle, die neben einem hölzernen Altar mit einer Kerze und einem Kreuz nichts enthielt. Typisch für so ein kleines ärmliches Nest. Das angrenzende Haus unterschied sich nicht von den anderen, aber als ich eintrat, fiel mein Blick auf eine Bibel, die auf einem Regalbrett an der Wand lag. Auf einem Stuhl neben dem nur noch schwach glimmenden Feuer saß ein Mann mittleren Alters. Als er mich bemerkte sprang er erschrocken auf. Langsam ging ich auf ihn zu und er wich an die Wand zurück. Vor Schreck brachte er keinen Ton heraus.


Ich blieb erst dicht vor ihm stehen und sah ihm in die Augen. Seine Gedanken waren ein wirres Gemisch, gelähmt vor Angst. Ich fuhr mir genießerisch mit der Zunge über die Zähne und er erbleichte als er meine Eckzähne erblickte, dann begann er ganz jämmerlich vor Angst zu schreien« bemerkte sie verächtlich. »Als sein Blut heiß durch meine Kehle rann, hörte ich draußen eilige Schritte: Seine Schreie waren gehört worden. Erst im letzten Moment, als ich sicher gehen konnte, dass ich von dem hereinstürzenden Mann gesehen worden war, verschwand ich.« Ja, Fiona konnte… nein, war… grausam gegenüber den Menschen, gefühllos und kalt. Aber das ist der menschliche Standpunkt. Ich kann es nicht wirklich als Grausamkeit bezeichnen was sie tat, denn wir sind nun einmal was wir sind. Normalerweise ist mein Spiel mit meinen Opfern nicht so wie ihres, sondern weicher, verführerischer. Doch ich spürte den Reiz ihres Spieles nur zu deutlich während sie erzählte.


»Ich hatte es geschafft das kleine Dorf in Angst und Schrecken zu versetzen und wenn ich in den folgenden Nächten mit Bedacht in eines der kleinen Fenster sah, um dann wie ein Schatten zu verschwinden, dann stand Furcht in den Gesichtern der Menschen, die an Wahnsinn grenzte. Ich trank von ihrem Blut und lachte ihnen dann mit blutverschmierten Lippen ins Gesicht und ließ ihnen ihr Leben.« In ihrer Stimme schwang unüberhörbarer Stolz. Sie genoss ihren Triumph. Langsam war ich wirklich schockiert von ihrem grausamen Spiel. Aber nächtelang ein Dorf als schattenhafter Geist zu durchstreifen war ganz nach Fionas Geschmack. Mir hätte dazu allein schon die Ausdauer gefehlt. Einzelne Menschen zu erschrecken und den Ausdruck ihres Gesichts zu genießen, das war etwas, dass auch mir gelegentlich Freude bereiten konnte, aber Fiona huldigte ihrer dunklen Seite auf ihre eigene Weise. »Am Ende hat niemand überlebt.«


»Ich bin schockiert« sagte ich als sie mit ihrer Erzählung geendet hatte. Sie lachte. »Du warst in diesen Dingen schon immer moralischer als ich. Das habe ich noch nie verstanden. Warum sollten wir uns um die Menschen sorgen?« fragte sie. Ich zuckte mit den Schultern. »Aus Interesse? …oder Neugier?« Sie verzog das Gesicht. »Das sind keine Gründe« bemerkte sie. »Ich genieße nicht den Schrecken der Menschen, sondern verführe sie lieber.« Sie hob die Hände. »Jedem das Seine.« »Natürlich, und du weißt, dass ich den Reiz durchaus verstehe« entgegnete ich. Manchmal staunte ich doch über unsere ungleiche Freundschaft. Wir hatten unsere Gemeinsamkeiten, aber welche Unterschiede wir überbrückten und am Anderen akzeptierten, verwunderte mich doch immer aufs Neue.

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