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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Für immer zusammen


(Mittel: 12636 Zeichen)
 Trixy Online seid 14.02.2009
(2987 mal gelesen)

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In einer warmen Neumondnacht im August des Jahres 1288 saß Leyla in den Ästen einer Kastanie von den Anwesen der Herzogsfamilie von Revarell, einer kleinen Stadt im Südosten von Keranda.
Leise raschelte sie mit ihrem schwarzen Umhang und hörte kurz darauf die Zeichen, dass die Mitglieder ihrer Gruppe auf ihren Positionen waren. Sam rief vom Dach des Schlosses aus wie ein Käuzchen, Magdalena räusperte sich im 200 Meter entfernten Nadelwäldchen, Catryna zirpte wie eine Grille auf einem Ahornbaum Leyla gegenüber und David meldete sich durch ein rascheln im Kies am See beim Wäldchen.

So warteten die fünf. Die Kirchturmuhr schlug zehn.
Mucksmäuschenstill warteten sie. Im Schloss wurden die Lichter gelöscht.
Sie warteten. Die Kirchturmuhr schlug elf.
Sie warteten und warteten.

Dann öffnete sich ein Fenster im ersten Stock. Ein Seil wurde heruntergelassen und ein Mann kletterte daran herunter, fast wie ein Schatten.
Er schlich den Weg vom Schloss zum Tor des Geländes entlang und bemerkte nicht, dass Sam hinter ihm herflog. Der ausgebreitete, schwarze Mantel trug ihn ohne jedes Geräusch durch die Luft.
Als der junge Mann nervös zwischen Leylas Kastanie und Cartynas Ahorn hindurchschlich, fielen zwei Schatten von links und rechts auf ihn herab.
Leyla griff seinen rechten Arm und hielt ihm den Mund zu, Catryna hielt den linken Arm fest, Sam stützte sich von hinten auf die Beine.
Der junge Ausreißer wehrte sich verzweifelt, bis Catryna beide Arme auf seinem Rücken verdrehte und Leyla seinen Kopf festhielt, um ihm ins Gesicht zu sehen. Die Jäger hatten den richtigen erwischt: Jasper, den Sohn des Herzogs von Revarell. Catryna zog ein Seil aus ihrem Umhang und fesselte Jaspers Arme, während Sam seine Beine zusammenband und Leyla ihn knebelte.
Magdalena und David kamen auf sie zugehuscht, zu fünft nahmen sie den Herzogssohn in ihre Mitte und flogen im Schutz der Nacht davon.

Die Kirchturmuhr schlug zwölf.

Mit dem immer noch zappelnden Jasper zwischen sich, steuerten sie eine nicht weit vom Schloss entfernte, kleine Holzhütte an. Sanft landeten sie auf dem Kiespfad vor dem windschiefen Gebäude und schleppten Jasper hinein. Es war stockfinster in der Hütte, und so staubig, das Jasper niesen musste, doch Catryna öffnete zielsicher einen vermodert riechenden Schrank. Sie zündete eine Kerze an und Jasper schaute ihr verdutzt hinterher, als sie den Schrank betrat. Als er merkte, dass die anderen versuchten auch ihn in den Schrank zu werfen, wehrte er sich so gut es ging, doch es half nichts. Er schloss die Augen, während er mehrer Meter in die Tiefe fiel, aber als er auf einem harten Steinboden aufschlug, öffnete er sie wieder.
Es war ein Wunder, dass er sich nichts gebrochen hatte! Alle sechs waren in einem Gang unter der Hütte angekommen. Catryna löste die Fesseln an Jaspers Füßen, dafür verband Magdalena ihm die Augen.
„Daniel, du gehst vor, Magdalena, du führst das Herzoglein, Sam, du bleibst direkt hinter ihm und Catryna du hältst ihnen den Rücken frei“, befahl Leylas kalte Stimme, bevor sie den Gang wieder verließ und in die Hütte zurückkehrte.
Sie löschte die Kerze und verließ die Hütte. Dann erhob sie sich langsam in die Luft. Niemand würde erraten, was hier vorgefallen war, alles sah so friedlich aus.
Die Hütte stand abseits des Ortes Revarell und war in Vollmondnächten ein beliebter Treffpunkt für Frischverliebte, die den kleinen Bach sehr romantisch fanden. Leise plätscherte er vor sich hin, die Bäume hinter der Hütte flüsterten im Wind, während das Gras sich geräuschlos in den Schlaf wiegen ließ. Und irgendwo rief ein einsames Käuzchen.
Belustigt schüttelte Leyla den Kopf, dann flog sie davon, bis sie mit der Nacht verschmolzen war.

„Waff maffp ihr mip mia?“, fragte Jasper wütend, durch den Knebel aber ziemlich unverständlich.
„Halt den Mund, Herzoglein!“, befahl Sams tiefe Stimme hinter ihm, bevor er Jasper einen Tritt in die Kniekehle verpasste. Unbarmherzig zog Magdalena ihren Gefangenen mit sich.
Nachdem sie etwa eine Meile gegangen, oder in Jaspers Fall gestolpert waren, wurde er auf ein Pferd geworfen und Magdalena saß hinter ihm auf.
Die Vier ritten los. Jasper konnte nichts sehen, aber er erkannte am vielfachen Echo des gleichmäßigen Trabs, dass sie noch immer in dem Gag unter der Erde waren und zudem musste er feststellen, dass es sehr unbequem war, quer über dem Rücken eines Pferdes zu liegen.
„Waff foll gaff? Ihr hap kaingn Rechk, mif irkeng wo hignfu brinken, iff bign ger Fohgn bef Herfogf Kargeen vogn Revarell…“, grummelte er. Eigentlich wollte Jasper sagen: Was soll das? Ihr habt kein Recht, mich irgendwo hinzubringen, ich bin der Sohn des Herzogs von Revarell…, aber dank des Knebels konnten seine Entführer nicht viel davon verstehen.
Magdalena schlug ihm auf den Rücken und Catryna sagte hinter ihnen:
„Magda, wenn das Herzoglein noch einen Mucks von sich gibt, schneid ihn die Zunge raus!“
„Mit Vergnügen!“, erwiderte Magdalena kichernd und Jasper lief ein eisiger Schauer den Rücken herunter.

Nachdem sie scheinbar ewig so geritten waren, und den Herzogssohn alles wehtat, da er so schief auf dem Pferd lag, saßen sie ab.

„Da seid ihr ja endlich!“, hörte man unverkennbar Leylas autoritäre Stimme. Catryna löste seine Augenbinde und den Knebel, woraufhin Jasper wild zu fluchen begann. Sehen konnte er immer noch nicht viel, da es im Gang dunkel war, aber er hörte, wie Magdalena ein Messer zog und fühlte erschrocken, dass sie ihm damit den Mund aufstemmte.
„Wir haben dich gewarnt“, meinte sie.
„Lass das, Magda, wir brauchen ihn in einem Stück!“, erklärte Cartyna.
„Mist!“, meinte Daniel wütend, „Es wäre lustig gewesen“
„Kommt“, befahl Leyla ungerührt und sprang mindestens acht Meter hoch durch eine Öffnung in der Decke.
Jasper wurde von Catryna und Magdalena gepackt und sie sprangen mit ihm Leyla hinterher, Sam und Daniel folgten ihnen.

Sie standen in einem großen Saal, der fast so aussah wie der Ballsaal im Schloss von Revarell. Gegenüber der Falltür, die Sam hinter sich schloss, konnte man eine Wendeltreppe erahnen, an der Wand dahinter stand ein riesiger Tisch und der Boden war aus dunklem Parkett, nur die Stufen, die zu einem Thron führten, waren von einem roten Teppich bedeckt. Aber dieser Ballsaal war größer als der in Revarell, und er war dunkel, da nur wenige Kerzen in den Kerzenständern am Rand des Saals brannten. Es war sehr dunkel. Auf dem Thron saß, nur schemenhaft zu erkennen, eine junge Frau. Vor ihr, auf den Stufen, hockte ein junger Mann. Immer mehr Kerzen entzündeten sich wie von Geisterhand, bis Jasper erkennen konnte, dass es Leyla war, die dort thronte.
Nach und nach kamen immer mehr Leute in dunklen Umhängen und bunten Kleidern in den Ballsaal. Endlich schienen alle da zu sein und Leyla erhob sich.
„Brüder und Schwestern!“, rief sie.
„Königin!“, erwiderten alle laut.
Leyla sah Jasper an und lächelte. Es war das groteskeste Lächeln, das er je gesehen hatte. Ihre Lippen verzogen zu einer Grimasse, die ihre langen Eckzähne sichtbar werden ließ, ihre Augen fixierten ihn gnadenlos und gierig. Jasper fühlte, wie das Blut in seinen Adern gefror. Endlich erkannte er, wer seine Entführer waren. Aus den Mündern aller Anwesenden ragten lange, spitze Eckzähne.
Vampire!
Magdalena befreite Jasper von seinen Fesseln, dann rief Leyla: „Brüder und Schwestern! Ich habe euch herrufen lassen um mit euch ein Neumondfest zu feiern. Wir werden wieder einmal die ganze Nacht tanzen und haben einen süßen Sterblichen hier…“
Von irgendwo her kam plötzlich Musik und Jasper wurde hochgezogen und zu Leyla geschubst, die ihn zwang, mit ihr zu tanzen.
Da ihm sowieso nichts anderes übrig blieb, ließ sich widerwillig von ihr führen. Er wunderte sich selbst, warum er sich darüber aufregte, dass sie führte, obwohl sie doch eine Frau war. Als hätte er gerade keine anderen Probleme! Plötzlich betrat noch jemand den Ballsaal und Jasper stockte der Atem. Es war Louisa, seine heimliche Geliebte, zu der er unterwegs gewesen war, bevor ihn die Vampire… davon abgehalten hatten.
Sie war genauso in einen schwarzen Unhang gehüllt wie die Vampire.
„Louisa!“, rief Leyla und hob dabei die linke Hand, ihre Rechte hielt Jasper weiterhin unnachgiebig fest. Die Vampire blieben stehen und die Musik verstummte.
„Du kommst spät, Cousine“, meinte sie.
„Ich hatte noch etwas zu erledigen. Darf ich?“, fragte sie, und nickte mit dem Kopf in Jaspers Richtung. Leyla nickte, die Musik setzte wieder ein, und schon wurde er von vielen Händen in Louisas Arme geschoben.
Sie hielt ihn genauso fest wie Leyla, doch sie sah ihn anders an. So wie sie ihn immer angesehen hatte, wenn sie sich ein wenig Zeit gestohlen hatten, weil sie sich liebten. Doch Jaspers Vater hätte nie zugelassen, dass er etwas mit einem Mädchen zu tun hätte, das nicht adelig war, und Louisas Eltern wollten sie mit einem Kaufmannssohn aus Revarell verheiraten. Aber das wollte sie nicht. Stattdessen hatte sie Jasper erklärt, sie würde ausreißen und für immer mit ihm zusammen sein.
„Was soll das, Louisa?“, flüsterte er.
„Schschschsch!“, zischte sie und zeigte ihm ihre langen Eckzähne. Jasper erstarrte. Wie oft hatte sie mit ihm gemeinsam gelacht, doch nie hatte er diese Zähne gesehen.
„Du hast gesehen, was du sehen wolltest. Jetzt zeige ich dir die Wahrheit. Wehr dich nicht, Liebster!“, flüsterte sie in sein Ohr, bevor sie ihn wieder Leyla übergab.
Sie tanzten eine Weile, die Musik wurde immer ruhiger und Leyla kam Jasper zu seinem Unbehagen immer näher. Sie hielt ihn ganz eng umschlungen und legte ihren Kopf auf seine Schulter. Erschrocken spürte er, wie ihre Zunge seinen Hals kitzelte. Verzweifelt versuchte er, sich ihr zu entwinden. Es war egal, was Louisa gesagt hatte, sie war ja selbst eine von denen, und Jasper wollte nicht gebissen werden, auf gar keinen Fall. Er wusste, dass er keine Chance hatte, denn aus irgendeinem Grund hatten die Vampire unglaubliche Kraft, aber plötzlich ließ Leyla ihn los.
Wie ein verängstigtes Kaninchen rannte der Sohn des Herzogs zur Wendeltreppe, um den Blutsaugern zu entkommen, doch drei von ihnen versperrten ihm den Weg. Plötzlich waren sie überall und drängten ihn in eine Richtung. Jasper ging rückwärts auf den großen Tisch zu, während die Vampire einen Halbkreis um ihn bildeten. Als Jasper mit dem Rücken an den Tisch gepresst dastand, trat Leyla einen Schritt auf ihn zu, sofort schlossen die anderen Vampire ihre Reihe hinter ihr wieder. Blitzschnell war sie bei ihm und hielt nur mit ihrer linken Hand seine Arme fest. Wieder nährte sie sich seinem Hals, ihre Zunge strich über seinen Hals. Jasper konnte sich nicht mehr wehren. Er konnte sich nicht einmal mehr bewegen. Dann biss Leyla zu. Ihre Zähne fanden mit schlafwandlerischer Sicherheit die Ader in seinem Hals.
Er fiel rückwärts auf den riesigen Tisch und erst trank Leyla, dann jeder andere Vampir genüsslich von seinem Blut.
Jasper wurde schwarz vor Augen.

Er fiel und fiel ins Dunkel hinein, bis alles verschwunden war. Sein Leben, sein Ich, alles war vergessen. Er war tot.
Um ihn herum standen die Vampire im Kreis.
„Wir werden jetzt Jasper von Revarell in Blut taufen, ihn der Dunkelheit weihen, denn er soll einer von uns werden“, sagte Leyla. Sie zog ein Messer und ließ einen Tropfen Blut von ihrem Handgelenk auf Jaspers Lippen fallen. Sie trat zurück und reichte das Messer weiter. Jeder anwesende Vampir tat es ihr nach, und als ein wenig Blut von jedem Vampir seine Lippen benetzte, begann Jasper zu schreien.

Schmerzen stachen in sein Herz, breiteten sich aus, brannten in seiner Brust. Heißer Schmerz flutete durch seine Arme und Beine. Feuer brannte in jeder Faser seines Körpers, alles tat so weh.

Dann war es vorbei. Er wurde von sanften Händen in einen schwarzen Umhang gehüllt und hörte Louisa flüstern:
„Ich habe dir versprochen, dass wir immer zusammen bleiben werden. Ich liebe dich!“

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