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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Lords Mutation


(Mittel: 7313 Zeichen)
 JOANA ANGELIDES Online seid 11.01.2006
(1217 mal gelesen)

Lesemodus: Standart + Große Schrift + Kleine Schrift + Schwarz/Weiß + VC-Farben

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Vor einigen Tagen ist gegenüber von mir ein junges Mädchen eingezogen. Sie dürfte jedoch nur nachts aktiv sein, da bei Tag die Vorhänge zugezogen sind und man keine Bewegung sieht.

Anfangs hat mich das nicht sonderlich interessiert und ich habe nur selten von meinem Zeichenbrett aufgeschaut. Doch irgendwie wurde dann doch meine Neugier geweckt.

Man will ja schließlich wissen, wer so in der Nachbarschaft wohnt.

Auch Lord wollte das ergründen. Lord ist mein Angora-Kater.
Vor ein paar Tagen sah ich ihn langsam am Gelände des Balkons balancierend, hinüber schleichen. Unhörbar und vorsichtig sprang er vom Geländer hinunter und versuchte zwischen den Vorhängen der Balkontüre etwas zu erspähen. Man konnte sein leises Miauen durch die offene Balkontüre hören. Er schlich dem Balkon entlang, ging wieder zurück zur Balkontüre, doch scheinbar war nichts Interessantes zu erspähen und so kam er wieder auf dem selben Wege zurück.

Er nahm zu meinen Füßen Platz und rollte sich ein. Ich konnte jedoch ein, wie mir schien, unwilliges Schnurren hören.
Doch er war angespannt, das zeigte sein Schwanz ganz deutlich. Die Schwanzspitze war keinen Moment ruhig, sie ging hin und her und auch die Ohren waren dauernd in Bewegung.

Diese Unruhe meines Katers Lord steckte mich an. Zwischen den einzelnen Zeichnungen legte ich immer wieder den Bleistift weg und blickte hinüber zu dem leeren, einsamen Balkon.
Heute legte sich die Dämmerung sehr früh über die Stadt. Es war Herbst und die Tage wurden immer kürzer.
Da, eine Bewegung gegenüber. Ein nackter Arm erschien zwischen den Vorhängen und es wurde die Balkontüre einen Spalt geöffnet.

Dieser nackte Arm erregte mich. Es war wie eine lockende, mich fordernde und doch in die Schranken weisende Geste. Ich stand auf und trat an die Balkontüre.

Auch Lord hatte die Bewegung bemerkt und schoß zwischen meinen Füßen hindurch auf den Balkon. Ich beobachtete ihn, wie er wieder über das Geländer balancierend auf leisen Pfoten auf den gegenüberliegenden Balkon sprang und durch den Spalt im Zimmer meines Gegenübers verschwand.
Ja, so eine Katze hat eben andere Möglichkeiten.
Ich begab mich wieder zu meinem Schreibtisch, drehte die Lampe auf und versuchte weiter zu arbeiten. Doch meine Gedanken waren bei Lord. Was macht er so lange da drüben? Normalerweise war er sehr scheu, daher war diese Affinität für mein Gegenüber sehr verwunderlich!

Inzwischen war es dunkel geworden und meine Neugier und Ungeduld betreffend Lord wurde immer intensiver. Ich trat auf den Balkon hinaus und begann ihn zu rufen. Da öffnete sich gegenüber die Türe ganz und meine neue Nachbarin erschien. Auf dem Arm trug sie Lord, der sich an sie anschmiegte und sich mit geschlossenen Augen kraulen ließ.

Sie war bekleidet mit einem langen schwarzen Hauskleid, sehr weit und mit glitzernden Effekten ausgestattet, die bei jeder Bewegung kleine Lichtpunkte aussandten. Der Ausschnitt
war tief, doch von Lord begrenzt, der es sichtlich genoß mit ihrer nackten Haut in Berührung zu kommen.

Ihr Lächeln war geheimnisvoll und doch verhalten. Es schien durch die Dunkelheit zu mir herüber zu leuchten. Ihre langen Haare legten sich auf die Schulter und umrahmte ein blasses Gesicht mit dunklen, brennenden Augen. Sie neigte den Kopf etwas seitwärts und entließ Lord mit einer kurzen Bewegung auf den Boden, wo ich eine Katze sehen konnte, die neben ihren Beinen stand und sich mit erhobenem Schwanz an ihren Beinen rieb. Beide, Lord und diese fremde Katze rieben ihr beide Köpfe aneinander und eine seltsame Vertrautheit schien zwischen ihnen bestehen.
Sie schnurrten und knurrten und wälzten sich schließlich auf dem Boden.

Ich hob meine Hand und deute einen Gruß an. Sie hob die linke Schulter und ihre kleine entzückende Hand wurde zum Gruß erhoben.

Inzwischen war Lord wieder auf meinen Balkon zurück gekommen und schmiegte sich an mein linkes Bein. Es war sozusagen eine Geste, die um Entschuldigung bat für sein langes Ausbleiben.

Wir gingen wieder hinein und der Abend verlief sehr ruhig. Ich las und Lord saß an der Balkontüre und schaute unentwegt hinüber. Sie mußte weg gegangen sein, denn das Licht erlosch und es war keine weitere Bewegung auszumachen.

Die Nacht schritt voran und war dunkel und spröde wie schwarzes Glas. Ich lag in meinem Bett und wälzte mich hin und her. Ich hatte den Eindruck, daß diese dunklen, brennenden Augen über mir waren, das geheimnisvolle Lächeln, diese vollen Lippen immer näher kamen.
Lord lag am Fußende meines Bettes und ich hörte sein leises Schnurren, das mir seltsam verändert vorkam. Es war irgendwie lauter, unruhiger, so als würde er schlecht träumen; soweit das Katzen überhaupt können.
Ich sprang auf und öffnete die Balkontüre etwas mehr, um Frischluft herein zu lassen und legte mich wieder auf mein Bett. Ich lag auf dem Rücken, mit offenen Augen starrte ich an die Decke und sah vereinzelt Lichter von draußen sich am Plafond treffend und wieder verschwinden.
Ich spürte, wie sich nun endlich der Schlaf einstellte. Er kam wie ein Schatten über mich, senkte sich langsam auf mich hernieder. Ich schloß die Augen und spürte, wie sich dieser Schatten warm und weich auf mich legte, spürte den Atem des tiefen Schlafes, geheimnisvolle Wesen flüsterten mir unglaubliche Worte ins Ohr. Die Decke wurde zu einem fordernden, drängenden Körper, mich umschlingend und umschließend. Ich spürte weiche warme Lippen, die meinen Hals berührten und der stechende Schmerz der sich in meinen Hals bohrenden Zähne, erschien mir wie das Liebkosen mit roten Rosen voller Dornen.

Es war ein unglaubliches Gefühl, es hob mich empor und ich schwebte für Minuten zwischen Himmel und Erde.
Dann ließ sie von mir ab und ihr weißes leuchtendes Gesicht lag genau über mir.

Ich öffnete meine Augen und versank in einem tiefschwarzen Augenpaar mit grünen Lichtern und einem furiosen Feuerwerk.

Ihr federleichter Körper löste sich von meinem, schwebte über mir und langsam und schwebend entfernte sie sich in Richtung der Balkontüre.

Dort saß Lord, mit funkelnden Augen. Sein Fell war gesträubt, was bei einem Angora-Kater noch viel mehr an Volumen zeigte. Seine Augen zeigten ein eigenartiges Feuer und seine beiden Eckzähne konnte man deutlich sehen. Wie immer konnten wir unsere totale Übereinstimmung spüren, waren zusammen eine Einheit.

Schlagartig wurde mir klar, daß wir beide, Lord und ich nun in eine andere Welt eingetreten sind, die von uns noch erforscht, ausgelotet werden muß.
Dieser wunderbare Körper, der noch vor Minuten völlig in mir aufging schwebte wie selbstverständlich zum gegenüberliegenden Balkon und verschmolz mit der Dunkelheit des dahinter liegenden Raumes zu Gänze.

Haben sie sich schon Gedanken darüber gemacht, ob Vampire denn auch Haustiere haben?

Ich habe Lord, meinen Kater.

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