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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

400 Jahre Dunkelheit


(Lang: 59140 Zeichen)
 Armand Online seid 11.01.2006
(1414 mal gelesen)

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Einleitung


Hallo! Ich bin Armand de Courdeaux. Meine stechenden grünen Augen und mein langes braunes Haar verstärken die Wirkung meiner bleichen Haut. Ich bin ca. 1,80 m groß und wiege knapp 71Kg, man könnte sagen , dass ich für „meine“ Zeit sehr groß und schlank bin. Nachdem ich jetzt etwas von mir erzählt habe, möchte ich Ihnen etwas über dieses Buch verraten. Es handelt von meinem Leben. Eventuell klingt das für Sie langweilig und schnulzig, aber lassen Sie mich das erklären.
Ich bin ein Vampir! Seit ungefähr 400Jahren geistere ich schon in der Welt der Sterblichen herum. Ich bin sicher Sie glauben mir kein Wort, aber deshalb habe ich dieses Buch geschrieben. - Ich versuche, Ihnen die Welt der „Untoten“ etwas näher zu bringen. Dieses Buch handelt von meinen Gefährten und wie wir die Jahrhunderte überstanden haben. Aber ich rede zuviel, am besten Sie blättern um und beginnen, das erste Kapitel zu lesen. Also wir hören voneinander.
Kapitel I

Der Anfang

Am 11.Juni im Jahre 1581 bin ich um ca. 6.00Uhr in der Früh geboren. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf, einige Kilometer vom jetzigen Marseille entfernt. Mit Louis, Pierre und Perrine, meinen jüngeren Geschwistern, war ich der „Mann“ in unserer Truppe. Ich zählte gerade erst zehn Jahre und wusste nicht, wer unsere Eltern erstochen hatte und in unser Land einmarschiert war. Durch Arbeiten und Diskretion sicherten wir uns unser Überleben. 1592 wurde wieder ein Angriff auf unsere Gegend verübt. Starke Kämpfe erschütterten die Mutter Erde. Anfang September griffen die Unbekannten unser Haus an, sie plünderten es aus und durch meine Unvorsichtigkeit wurde auch noch Perrine von ihnen vergewaltigt und anschließend durch ein spanisches Schwert eines großen finsteren Kriegers hingerichtet. Meine Qual war unermesslich. Sie war gerade erst acht Jahre alt; dass ich vorher ein mehr oder weniger munterer, lebensfreudiger und optimistischer Junge war, konnte man jetzt nicht mehr im geringsten ahnen. Ich versank in Selbstmitleid. Meine Brüder versuchten alles, um mich wieder auf die Beine zu bringen, doch nichts half. Und im Laufe der Zeit wurden auch sie Opfer dieser Unbekannten, was mich natürlich nicht gerade aufbaute.
Im Jahre 1594 wanderte ich nach Italien aus. Ich bemerkte, dass ich ziemlich gut zeichnen konnte und bemühte mich um eine dementsprechende Lehrstelle. Diese erhielt ich beim Franzosen Santiego. Er fristete sein Dasein in einem großem, düsteren aber dennoch schönem Haus am Rande der Stadt Florenz. Seine Präzision beim Zeichnen von abstrakten Gegenständen war verblüffend. Die Figuren „lebten“ förmlich auf seiner Leinwand und die Lebewesen drangen mit ihren mysteriösen Blicken in eines jeden Herzen, als würden sie die Gedanken des Betrachters lesen. Mir erschien es nicht natürlich, das ein Sterblicher derart zeichnen konnte. Er lehrte mich das Zeichnen, als ob ich sein Gefährte gewesen wäre. Durch ihn lernte ich, Menschen zu schätzen. Ich gewann meine Lebensfreude und meinen Optimismus zurück. Ich lernte lieben.
Nur eins machte mir zu schaffen: Jede Nacht verschwand Santiego auf mysteriöse Weise aus unserem Zimmer und kehrte erst nach ein paar Stunden zurück. Tagsüber verweilte er in seinem Kellergewölbe, wo er, wie ich dachte, an neuen Bildern arbeitete. Dies war etwas, was er mir vorenthalten hatte. Nie habe ich ihn persönlich beim Malen gesehen. Erst als ich mit 18 Jahren von der Pest befallen wurde, offenbarte er mir seine wahre Natur.
„Hör zu, mein Junge. Ich bin nicht der, der zu sein ich vorgebe.“
„Ich weiß“, antwortete ich ihm,“ du bist kein Aristokrat aus Paris, sondern ein Bauernsohn, irgendwo aufgewachsen an der Grenze zwischen Frankreich und Italien.“
Mitleid und Verständnis erfüllte sein Gesicht. Angst war der Ausdruck in meine Augen. Er sandte mir Bilder, die ich damals für unaussprechlich hielt.
Ein Mann in der Blütezeit seiner Jahre, kniete vor einem Haufen toter Menschen. Er selbst, total verzweifelt, brüllte in die Nacht hinaus und verfluchte die gesamte Menschheit. Seine Frau, seine drei Geschwister und sein Sohn, lagen aufgeschlitzt am Boden, und eine Blutlache quoll aus ihren toten Körpern.
Das plötzliche Aufspringen des von Schreikrämpfen geplagten jungen Mannes und das darauffolgende hektische Wegrennen versetzte mich in einen erneuten Schock. Santiego ließ nun die Bilder eine kurze Zeit lang ruhen. Darauf folgte, nach einer Atempause, eine erneute Bilderflut.
Derselbe junge Mann, umgeben von seinem großen Himmelbett, lag mit einem Umschlag auf der Stirn krank in seinem Kissen eingehüllt. Ein Windstoß! Die warme Luft des schwülen Sommers drückte auf seine Lungen. Er fing an zu zittern, seine Haut wurde bleich und kurz bevor der letzte Lebenshauch aus ihm wich, konnte man IHN sehen! Groß und blutrünstig wie ein Wolf. Seine blutverschmierten Zähne blitzten im fahlen Licht der Kerzen auf. Entsetzen in dem totenbleichen Gesicht des Mannes. Die Kreatur schlug seine spitzen Fangzähne in seine Hauptschlagader und ließ den jungen Mann von dem Blut, welches dem Handgelenk der Kreatur entschwand, trinken. Ein Aufschrei! - Der zuvor kranke und hagere Mann war nun gesund und erfreute sich der neu erworbenen Kräfte.
Jetzt konnte ich ihn erkennen, es war mein Lehrmeister und mein Geliebter, der von diesem Ding zu einem Wesen der Dunkelheit verbannt worden war. Übelkeit machte sich in mir breit. Ich lebte und liebte mit einem Vampir!



Kapitel II

Die Verwandlung


Ich war entsetzt über die wahre Natur von Santiego. Warum er sich nicht veränderte, wie er so zeichnen konnte und weshalb er nie mit mir den Tag verbracht hatte, oder warum wir nie zusammen dinierten, dies waren Fragen, auf die ich immer eine Antwort haben wollte und ich sie nun nicht mehr wissen wollte. Er unterbreitete mir ein Angebot.
„Armand, du leidest! Sage mir, wenn es unerträglich ist. Ich werde dich erlösen. In beidseitiger Hinsicht!“
„Wie meinst du das, würdest du mich auch blutrünstig ermorden ?“
„Nun hör doch...“
„Nein! Du hörst mir zu. Fünf Jahre lang hast du mich angelogen, mir vorgespielt, du wärst eine geschäftige, „lebende“ Person! Alle, die ich je geliebt habe, sind gewissermaßen tot. Ich sterbe sowieso, nie würde ich es verkraften, wenn du mich tötest!“
„Ich will dich nicht leiden sehen! Ich musste es geheim halten, um deines Lebens willen. Man hätte dich getötet, wenn du es gewusst hättest, von den Anderen!“
Die Anderen! Ich war entsetzt, aber die Logik, die ich in seinen Worten fand, war für mich (irgendwie) einleuchtend. Er liebte mich wirklich und er würde mich für immer und ewig beschützen. Ich hatte die Wahl, entweder ich würde qualvoll und langsam sterben, oder Santiego würde mir einen kurzen, schmerzlosen Tod schenken. Er spürte meinen inneren Kampf. Ich wollte leben, aber ohne Schmerzen, ich wusste , was er machen würde und trotzdem wehrte ich mich mit all meinen noch verbliebenen Kräften, als Santiego seine Zähne in meinen Hals bohrte, das Blut heraus sog und schließlich, bevor der letzte Lebenshauch entweichen konnte, abließ. Er schlitzte sich die Brust auf und drückte meinen Mund an seine klaffende Wunde, wo das heiße, lebenspendene Blut heraus quoll. Übelkeit umfasste im ersten Moment meinen Körper, doch als diese wohlschmeckende Flüssigkeit in meinen Mund floss, spürte ich ein starkes Verlangen nach mehr. Ich klammerte mich krampfhaft an ihn und nahm immer mehr vom Lebenssaft auf. Wie ein Baby, das Hunger hat, hing ich an ihm, er versuchte mich wegzustoßen und brüllte ständig, dass es genug sei. Doch ich konnte nicht aufhören, bis ein plötzlicher Krampf meinen Körper erfasste. Ich wand mich hin und her, ein starker stechender Schmerz jagte durch meine Glieder, bis nach ein paar Sekunden alles aufhörte. Die Schmerzen waren vorüber, ich fühlte mich stark und kerngesund. Santiego lag in einer Ecke und sammelte neue Kräfte.
Ich spürte, dass ich in etwas lag. Ein kurzer Anflug von Übelkeit und Entsetzen machte sich in mir breit. Mein „toter“ Körper schied alle sterblichen Überreste aus. Ich lag in meinen eigenen Exkrementen . Gleichgültigkeit!
Ich wusch mich und Santiego brachte mir frische Kleider. Erst jetzt wurde mir bewusst, was sich verändert hatte. Ich hörte die Menschen unten auf der Straße „denken“. Ich roch das Blut aus dem Gefängnis, welches zwei Häuser weiter errichtet wurde. Und ich sah alles in einem anderen Licht. Die Gegenstände in unserem Schlafzimmer schienen zu leben, sie taten es aber nicht.
Ich widmete mich nun einem ganz anderen Gefühl. Mich erfüllte das Verlangen nach dem hübschen Dienstmädchen, welche gerade draußen im Flur den Boden fegte. Ich sprang von meinem Bett auf und spürte meine enormen Kräfte, stampfte hinaus und befahl dem Mädchen zu kommen. Ich spürte ihre Verlegenheit, da ich noch nicht meine Hose an hatte. Ich empfand nicht das geringste Verlangen nach ihren wohlgeformten Körper, wie es sonst bei mir bei Frauen der Fall war. Ich sah nicht die Erregung die sie erfüllte und ihre Brüste anschwellen ließ, nur das pulsierende Blut!
Ich umfing sie mit meinen Armen und drückte meine messerscharfen Zähne in ihre Schulter. Sie schrie vor Erregung auf, denn sie ahnte nicht was mit ihr geschah. Erst als ich von ihr abließ und sie ihr blutgetränktes Kleid sah, erkannte sie in welchen Klauen sie sich befand. Ich fiel über sie her wie ein hungriger Wolf. Kurze Zeit später war sie nur noch eine sterbliche Hülle entrissen ihres Blutes. Ich fühlte mich wie neugeboren. Strotzte nur so vor Kraft.
Santiego wies mich in das Leben der Unsterblichen ein . Ich lebte um zu töten, nahm Menschen ihr Leben um meines zu erhalten. Nichts, außer die Sonne, Feuer und die Verstümmelung meines Körpers könnte mich töten. Ich würde für alle Ewigkeiten jung bleiben und könnte nie Kinder im sterblichen Sinne zeugen. Ich kann Gedanken lesen und stumm Befehle erteilen. Das übliche Gerede über Knoblauch, Weihwasser, Kruzifixen, Pflock durchs Herz und die Behauptung wir würden auf Friedhöfen leben, waren bzw. sind noch Hirngespinste der Sterblichen. Was das „Fliegen“ an belangt, so konnten nur wenige Untote diese Fähigkeit nach einer mindestens 200-jährigen Existenz erlangen. Ich dürfte nie ein Kind oder ein Tier die Gabe der Finsternis geben. In dem Falle das es geschehen sollte, dann würde ich von stärkeren, älteren Vampiren stets verfolgt und irgendwann getötet werden. Je älter desto stärker wurde man, es sei denn man bekommt Blut eines sehr alten Vampirs zugeflößt, dann konnte man schon im jungen Alter verhältnismäßig viel Kraft besitzen. Manche konnten Kraft ihrer Gedanken Gegenstände bewegen, oder Dinge in Flammen aufgehen lassen.
All dies versetzte mich in tiefste Erregung. In meinem sterblichen Leben war ich ein Nichts was nichts konnte, jetzt aber bin ein Wesen von allen gefürchtet und verachtet, dabei aber immer noch stark, schön, jung und mächtig. Mich überfiel eine Welle von starkem Egoismus und Selbstgefälligkeit. In den ersten Jahren kannte ich das Gefühl von Reue oder Mitleid nicht. Ich ruhte, tötete und reiste mit Santiego quer durch die Welt, Eines meiner Lieblingsstädte war und ist (natürlich) Paris!



Kapitel III

Der Reisende


1628 kamen wir zurück in die „Alte Welt“.
Wir waren 29 Jahre unterwegs und haben alles in der Neuen Welt gesehen. Santiego war erschöpft von der langen Reise und wollte nur noch in sein Haus und in seinen Sarg. Wir kamen an einem kalten, nassen Abend am Hafen in Nantes an. Santiego wollte gleich in Richtung „Heimat“ weiterreisen, doch ich entschied mich meinem Jugendtraum endlich zu folgen: Paris!
Ich fuhr mit der Kutsche etwa zwei Tage zur Hauptstadt Frankreichs, in die Stadt des Königs Ludwig den XIII. Sitz des Kardinals Richelieu. Ich zog an der Loire entlang bis Orléans und dann nach Norden bis Paris. Dort angekommen nahm ich mir ein Hotelzimmer in der Rue de Rivolie. Mein nächstes Ziel war Notre Dame; die riesige Kathedrale war überwältigend und es waren auch genug „Leckerbissen“ vorhanden in den kleinen Einbuchtungen des gewaltigen Gebäudes.
Und plötzlich spürte ich es, ich wußte nicht was es war, doch es kam mir vertraut vor! Ich folgte meinem Gefühl und erblickte IHN! Er war von großer Statur und hatte lange goldblonde Haare, lange Wimpern und traumhafte grüne Augen. Und wieder spürte ich dieses etwas, das Gefühl jemanden zu treffen mit dem man in gewisser Weise verbunden ist. Ich sollte später herausfinden, das diese Empfindung immer dann Auftritt, wenn ein Unsterblicher in der Nähe ist. So etwas wie ein Frühwarnsystem. Ich war verunsichert, ist er mir nun gut gesonnen, oder sollte ich mich vor ihm hüten. Nach all den vergangenen Jahren stand ich jetzt allein da und hatte nicht mehr die Hilfe von Santiego, 'mon Dieu, wäre er doch bei mir und würde mir beistehen!' Bevor ich überhaupt in der Lage war zu reagieren, kam dieser unwiderstehliche Kerl schon auf mich zu und umarmte mich! Völlig gebannt und geschockt stand ich nun vor ihm und wußte nicht wie ich handeln sollte, jedoch trat nun ein anderes Phänomen auf. Ich sah wieder Bilder, solche von der Natur, die ich auch bei Santiego gesehen habe, nur das diese hier von Pierre kamen!
Den restlichen Abend verbrachten wir damit, uns kennen zulernen, wir saßen in einem kleinen Cafe´ mit Blick auf die Kathedrale von Notre Dame. Wir redeten nicht, sahen uns nur an, bewegten uns auch nicht im geringsten, aber in unseren Köpfen ging es heiß her. Schnell lernte ich durch nonverbale Art mit ihm zu kommunizieren, ich erfuhr auch, da mich es verwunderte, dies nicht mit Sanitego tun zu können, das dies nur mit anderen Vampiren funktioniert und nicht mit dem "Vater"!
Vom ersten Moment an waren wir unzertrennlich, wir gingen gemeinsam auf die Jagd, raubten unsere Opfer aus und lagerten unsere Beute in meinem Hotelzimmer.
Nach fünf Jahren hatten wir soviel Gold erbeutet, dass wir es uns leisten konnten eine prächtige Villa am Stadtrand zu erwerben.
Dies war nun der Beginn einer neuen aufregenden Zeit für mich, voller Sorglosigkeit und intensiver Leidenschaft! Unser größter Spaß war es, regelmäßig prunkvolle Parties zu geben und dabei immer ein paar der einflussreichsten Herrschaften von Paris und Umgebung zu empfangen. Sie schmeckten so unheimlich süß und verdorben in ihren Charakteren. Zuerst haben wir immer den Anschein gewahrt, als gäbe es nur einen bestimmten gesellschaftlichen Anlass, das dieses Zusammenkommen rechtfertigte. Doch ab dem Moment, wo die werten Herrschaften sich mit ihrem Alkoholkonsum weit über ihrer Grenze befanden, fing für uns der Spaß erst an.
Wir bahrten einen nach dem anderen auf den Tischen auf und schnitten ihre Halsschlagadern ein wenig auf, dann das gleiche mit ihren Hauptschlagadern am Handgelenk. Sie verbluteten langsam unter Schmerzensschreien. Wir hatten damals ein ausgeklügeltes System entwickelt, um all das Blut zu sammeln. Die Tische standen schon an ihren festen Positionen und dort, wo das Blut hinunterlief, hatten wir eine Art Röhrensystem, das alle Tische miteinander verband und dann an unserem Tisch mit einer Art Pumpemsystem in unsere Gläser gedrückt wurde. Wir tranken uns jedesmal satt und wenn wir noch genug heißes Blut übrig hatten, dann schlossen wir eine Brause an unser System. Wir zogen uns dann aus und tanzten unter einem Blutregen, liebkosten uns in unserem Rausch und küssten uns das ganze Blut zärtlich von unseren unsterblichen Körpern. Es war eine Zeit in der ich von Glück, Liebe, Leidenschaft und Erotik verschlungen wurde. Ich war geblendet von all diesen Dingen und sie ließen mich all das vergessen, was ich von Santiego gelernt hatte.
Irgendwann einmal kam Pierre auf einen ziemlich ungewöhnlichen Gedanken, der mich im ersten Moment abschreckte, jedoch war ich zu neugierig, was passieren könnte, dass ich mich Hals über Kopf in diese fixe Idee vernarrt habe! Seine Idee war es auszuprobieren, was geschieht, wenn Vampire untereinander ihr Blut austauschen würden! Würden sie daran zugrunde gehen, die Fähigkeit der nonverbalen Kommunikation verlieren oder würden sie ihre allgemeinen Kräfte verstärken können? Aus purer Neugier und Langeweile vom Alltag versuchten wir es an einem ruhigen und bedeutungslosen Abend im Dezember... Und was dabei herauskam war mehr als nur überwältigend. Nunja, wir verloren tatsächlich die Fähigkeit uns telepathisch zu verständigen, doch unsere verschiedenen Kräfte vereinten sich, so war und wusste einjeder den anderen. Aber die Hauptsache war das Gefühl an sich, wenn wir beide uns leidenschaftlich in den Hals bissen und dann das Blut des jeweils anderen in unseren Adern strömte. Es war wie eine Sucht, wir vergaßen die gesamte Welt um uns herum. Wir feierten keine Blutparties mehr, sondern verschlangen jede Nacht die Säfte des anderen, immer und immer wieder!
Doch irgendwann dürstete es uns wieder nach frischem Blut, man kann halt nicht davon leben, sich nur gegenseitig auszusaugen. Das war ein Problem, denn in dem Moment wo Pierre wieder frisches pulsierendes Blut in seinen Adern spürte war es auch schon vorbei mit unseren leidenschaftlichen Extasen. Er entdeckte seine Vorliebe für das Morden wieder neu und es ging wieder von vorne los, all die Parties und das viele Töten! Ich hatte es satt, ständig in Gesellschaft zu sein, die nur Appetit hatte, ich sehnte mich nach der Ruhe und der Zärtlichkeit. Den Jahreswechsel verbrachte ich noch mit Pierre, in der Hoffnung, er würde sich bis dahin etwas sänftigen, doch die Sylvesterfeier war für ihn das absolute Festmahl, er schlachtete sie alle dahin und mir wurde so schlecht, dass ich kurz vor dem Erbrechen stand. Er war mir in den letzten Jahren einfach zu blutrünstig geworden und kein Sterblicher war vor ihm sicher!
Ich fasste meinen entgültigen Entschluss gleich nach dem ersten Mitternachtsschlag der Glocken von Notre Dame, die man sogar bis zu unserem Haus vernahm.



Kapitel IV

Die Trennung


Pierre bemerkte garnicht, dass ich ihn verließ. Er war so damit beschäftigt sich in seinem Blutrausch zu suhlen, das ich ohne großartiges Lamentieren die Villa verlassen konnte. Ich machte mich auf dem schnellsten Wege zu Santiego. Ich hoffte zutiefst er würde immernoch in dem Haus in Florenz verweilen. Jedoch verlief die Heimkehr nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte.
Die Sylvesternacht verlief noch ruhig, doch in der Neujahrsnacht bemerkte ich, dass meine Kutsche verfolgt wurde. Ca. 3 Km hinter mir näherte sich eine weitere Kutsche in einem rasanten Tempo. Ich veranlaßte meinen Kutscher die Geschwindigkeit zu erhöhen. Sie kam trotzdem immer näher; Ich erkannte einen Vierspänner. Kein Wunder, das sie schneller war, da konnte ich mit meinem Zweispänner natürlich nicht ankommen. Ich ahnte schon wer da kommt, meine Sinne schlugen Alarm.
'Merde! Pierre folgte mir, wenn er Santiego sieht, gibt es ein Blutbad; wenn er mich vorher erreicht, so wird er micht gewaltsam in seiner Gesellschaft halten und ich würde meinen Lehrmeister und -vater nie wieder sehen.'
Ich wurde wütend, 'was erlaubt sich dieser Kerl? Warum muß er mir das "Leben" zur Hölle machen? Mon Dieu, könnt ich doch fliegen und ihn hinter mir lassen! '
Plötzlich ein Stoß an meinem Kopf, 'Au! Was war da....?' , ich konnte es nicht fassen, ich schwebte an der Decke meiner Kutsche, 'Nein, das kann nicht sein, ich bin doch erst seit 47 Jahren ein Unsterblicher und doch, ich berühre nicht mehr denn Boden. '
Aufgrund dieser verwirrenden Tatsache zitterte ich, 'kann es sein ..., durch Santiegos altem Blut und dem von Pierre ...., wie alt war Pierre eigentlich?, ich habe ihn nie danach gefragt, ist es tatsächlich möglich ...., ich kann`s, ich kann tatsächlich fliegen, haha, was für eine glückliche Fügung des Schicksals. '
In all meiner Euphorie vergaß ich meinen Verfolger vollkommens. Erst als ich das erschöpfte Wiehern der Pferde hinter mir vernahm, kam ich wieder zu mir.
Flucht!
' Das ist es! Die Türen der Kutsche aufstoßen und weg....fliegen. Könnte ich denn schon gezielt fliegen? Würde es überhaupt was nützen? Was wenn Pierre diese Gabe auch besaß, würde ich schneller als er sein? Außerdem haben wir es zwei Stunden vor Sonnenaufgang. In der Zeit kann ich nicht vor ihm flüchten und gleichzeitig einen geeigneten Unterschlupf für den Tag finden. Würde er es wagen mich jetzt noch anzugreifen? Egal! Ich muss weg. '
Wie in Trance stoß ich die Tür der Kutsche auf und schrie, 'los flieg zu Santiego nach Florenz!', und tatsächlich erhob ich mich abermals in die Lüfte und sauste mit der kalten Januarsluft in meinem Gesicht gen Italien. Ich sah nicht zurück, ich wußte nicht ob er mir folgte.
Nach ca. einer Stunde sah ich wie langsam die Dämmerung anbrach und ich merkte wie meine Kräfte schwanden. Um mich blickend erspähte ich eine alte Dorfkirche; in der Hoffnung jene hat eine Grabkammer unter dem Altar, begab ich mich schleunigst dorthin hinab und ich hatte Glück. Eine alte längst vergessene und ausgeplünderte Steinkammer, ich müsste nur noch die alte Steinplatte über ihre Öffnung ziehen und ich wär sicher vor der zerstörerisch, brennenden und doch so schönen Sonne.
Schon ganz in Vorfreude auf die nun folgenen Stunden der absoluten Ruhe, ließ ich mich auf dem kalten Fußboden nieder und wickelte mir den Umhang fest um meinen Körper.
' Jetzt gleich hab ich zumindest für den Tag meine Ruhe und niem.... Was war das? Nein, das kann nicht sein....' , doch da überkam mich der unweigerlich eintreffende Vampirschlaf. ' Zumindest kann mir Pierre während des Tages nichts antun, er ist ja genauso hilflos wie ich selbst.'
Was ich damals gehört hatte waren die Huftritte eines Vierspänners, was mich natürlich schockte. Das Pierre fähig war, selbst bei meiner Geschwindigkeit, mir zu folgen, kam mir unwirklich vor. Schließlich bin ich doch geflogen, oder etwa nicht?
Sofort beim einsetzen der Dämmerung erwachte ich, jedoch, als ich die Steindecke ein wenig beiseite schob, sah ich noch zuviel Licht und wartete noch ab. Anscheinend wartete ich zu lang, denn kurz darauf stand Pierre vor mir mit seinem verführerisch aber tödlichen Blick und einem hämischen Grinsen in seinem Gesicht.
"Na! Ich bin beeindruckt, wußte ja garnicht, dass du fliegen kannst. Musste mich tatsächlich anstrengen um dir zu folgen."
Er kicherte leise vor sich hin und ich wußte nicht was ich machen sollte. Ein wenig irritiert überlegte ich, ob ich mich nun vor ihm hüten mußte. Doch er beantwortete meine ungestellte Frage prompt.
"So schweigsam? - Erst sich aus dem Staub machen und nun keine Reaktion?", er machte ein paar Schritte auf mich zu, "ich dachte du würdest versuchen mich zu töten, oder zumindest einen Fluchtversuch starten. Schade! So ist es ein wenig langweilig und zu einfach...."
"Was!? Mich stattdessen umzubringen? Was bringt es dir, allein bist du danach immernoch, also kannst du mich auch gehen lassen. Menschen gibt es auch so weiterhin. Du brauchst mich nicht dafür!"
"Hör ich da etwa Eifersucht bei dir? Hat es dich tatsächlich gestört, dass ich mich in letzter Zeit häufiger an Sterblichen gelabt habe?"
"Nein, aber ich bin nicht so wie du. Ich habe es gerne ruhiger, beschaulicher und bei weitem nicht so blutig. Wir passen nicht mehr zusammen. Such dir einen anderen Gefährten, ich will zurück zu meinem Vater und Meister!"
"Aha, und du denkst tatsächlich ich lasse Dich einfach so gehen?"
Er schenkte mir sein fieses Jagdgesicht, das er immer aufzulegen tat, wenn er seinen Opfern gegnüberstand, und ließ seine spitzen Fänge durch seine Lippen blitzen.
"Glaubst du wirklich, ich erlaube dir mich wegen so einem alten Wirrkopf zuverlassen? Eines möchte ich klarstellen, Armand, wenn ich dich nicht haben kann, dann soll es niemand. .....Ich ...ich liebe dich und ..." !
"Und was? - Wenn du mich tatasächlich liebst, dann würdest du nicht immer nur an dich denken. Hast du einmal daran gedacht, was ich möchte, oder das ich vielleicht auch glücklich sein möchte? Wenn du mich so liebst, dann würdest du alles dafür tun, dass ich glücklich bin.. Ich soll dir das abnehmen, du willst mich lieben? Ha, du hast doch nur Angst wieder allein zu sein. Was meinst du denn, warum ich klam und heimlich abgehauen bin?"
"Ich und Angst, pah, ich habe vor nichts Angst!"
Plötzlich sprang es los, hob sich 2 Meter über den Boden und schoß auf mich zu, "Du erbährmlicher Junge, wagst es mich zu demütigen!" Gerade noch rechtzeitig erhob ich mich bis knapp unter die Decke der Kirche, er schoß geradeaus weiter, stoppte dann und blinzelte wütend zu mir auf.
Die Stunde war nun gekommen, ich musste mich ihm stellen. Ich wollte dem aus dem Weg gehen, doch nun war es zu spät. Tiefer, grollender Hass ließ ihn blutrünstiger werden als je bei einem unserer Gelagen. Abwarten brachte nichts, wenn ich ihm jedesmal nur auswich, würde es sich für Stunden hinausziehen. So kam ich zu dem Schluß, ich müßte nun direkt Angreifen. Leider war das wohl ebenso Pierres Schlußfolgerung. Und so flogen wir beide aufeinander zu, ich versuchte ihn zu beißen um ihn so seines Blutes zu berauben, da ich sonst keine Waffen hatte und er zog plötzlich seinen kleinen perlmuttverziehrten Dolch. Vollkommen irr fuchtelte er damit rum und ich sah keine Möglichkeit, wie ich an ihn rankommen sollte, bis ich eine alte Eisenkette des ehemaligen Kerzenkronleuchters erblickte. Im Bruchteil einer Sekunde stob ich darauf zu, eignete sie mir an und bereitete mich vor, sie um den Hals meines ehemals so geliebten Pierre zu werfen. Ihm blieb das natürlich nicht unbemerkt, nahm aber nicht wirklich an, dass ich damit was ausrichten könnte. Er lachte kurz auf und warf dabei seinen Kopf nach hinten. Das war meine Chance. Ich schwang die Kette wie ein Lasso und traf tatsächlich! Sofort zog ich sie zu und Pierre total überrascht, blickte noch irrer umher. Schnell näherte ich mich ihm von hinten und zog dabei die Kette immer fester. Er rang nach "Atem" und ließ schließlich den Dolch fallen um sich mit den Fingern der Kette zu entledigen. Doch zu spät, ich hatte ihn, meine Arme fest um ihn geschlungen preßte ich ihn an mich. Ich roch sein übernatürliches Blut und spürte seine Stärke.
Wieder in alte Gewohnheiten zurückfallend, genoß ich diese Situation und zwar so sehr, dass sogar mein Organ vor Erregung anschwoll. Pierre bemerkte dies natürlich und auch er schien es anregend zu finden, denn plötzlich nahm er eine Hand von seinem Hals und eine von meinen und schob sie in seinen Schritt, wo auch nun sein Organ anfing sich aufzurichten. Ich begann fordernd an seinem Hals zu saugen und schlug dann blitzschnell und hart meine Fänge hinein. Er zuckte zusammen, schien aber mein Saugen zu genießen. Er begann mit meiner Hand in der seinen sein Organ zu massieren und mir wurde schwindelig vor Erregung. Immer weiter saugte ich ihn aus und immer weiter rieb er sein mächtiges Organ in meiner Hand. Immer wilder sog ich an ihm und preßte meine Hüfte gegen sein Hinterteil. Die zweite seiner Hände löste sich nun von der Kette und griff brutal nach hinten, sie riß mir die Hose entzwei und dann zerriß Pierre sich seine ebenso. Das war ein großer Fehler.
Bis eben schwebten wir noch in der Luft, doch nun war Pierre so vernebelt vor Erregung und Blutverlust, das er sich nicht mehr oben halten konnte. Und ich? Ja, ich... Ich war zwar auch erregt, aber der Hass zu ihm wurde nicht weniger.
Wir klatschten auf den kalten Steinboden, er mit Gesicht nach unten, ich über ihm. Ich ließ kurz von seinem Hals ab um, wie von ihm gefordert, mein steinhartes Organ in ihn zu stoßen. Er schrie kurz auf und ich setzte ihn mit harten Stößen zu, verbiß mich wieder in seinem Hals und holte das letzte bisschen "Leben! aus ihm raus.
Ein letztes mal versenkte ich mein Teil bis zum Anschlag und riß ihm versehentlich den Hals komplett auf als ich im komlpetten Blutrausch final aufstöhnte.
Ich stand auf, versuchte die Überreste meiner Hose festzubinden und warf dann den leblosen Körper Pierres in die Gruft in der ich geschlafen hatte.
Erst drei Stunden später, ich war wieder auf dem Weg zu Santiego und hatte Pierres Kutsche mitgenommen, fiel mir auf, wie einfach ich doch Pierre erledigt hatte. War er doch viel schwächer als ich vermutet hatte, oder war er einfach nur irr und bemerkte in seiner Erregung versunken sein Sterben nicht? Ich begriff es nicht, aber vom Prinzip her, war es mir egal. Ich konzentriete mein Denken nun nur auf die Vorfreude Santiego wiederzusehen. Und die Vorstellung ihn wieder bei mir zu haben beflügelte mich und nach langer Zeit, im sterblichen Sinne, fühlte ich mich wieder glücklich.



Kapitel V

Das Wiedersehen


Noch ca. eine Woche dauerte meine "Heim-" Reise. Am Abend des 11. Januars 1642 traf meine Kutsche in Florenz ein. Kurz nach den Stadtmauern, es war glücklicherweise schon nach Sonnenuntergang, stob ich aus der Kutsche und hastete die altvertrauten Straßen entlang. In Windeseile, kein Sterblicher hätte mich erblicken können, rannte ich zu der Villa meines Meisters. Voller Vorfreude auf unser Wiedersehen, achtete ich nicht darauf, dass er sich vielleicht erschrecken würde, wenn sein verlorener Sohn wieder vor ihm stehen würde. Völlig benebelt sprang ich auf unseren alten gemeinsamen Balkon und riß freudestrahelnd die Türen auf. "Ich bin wieder da, mein Vater und Meister!"
... Nichts! Es passierte nichts, wo war er denn? Das ganze Haus lag im Dunkeln. War er verzogen oder nur auf der Jagd? Nein, wenn er auf Jagd wär, dann wären zumindest die Hausangestellten da. ... Erst in diesem Moment realisierte ich, das sämtliche Möbel weg waren. Keine Teppiche mehr und die Wände waren nackt und kalt. Ein Schauer durchlief mich. Wo war er? All diese Strapazen für nichts? Das kan nicht sein. Er wußte das ich früher oder später zurückkommen würde, er würde nicht gehen ohne mir eine Nachricht zu hinterlassen.
Ich begann zu suchen. Jeden Winkel, jede Ecke, sogar den Garten und als letztes den Keller mitsamt unserer alten Gruft, die wir immer für Notfälle parat hielten. Immernoch nichts. Hab ich was übersehen, war ich nicht gründlich genug gewesen? Doch halt, was ist das? Ein kleiner Haufen zusammengefegter Staub hinter der Eingangstür. Ich fing an den Staub zu zerteilen und da, ganz unten zwei kleine Nummern in den Marmor geritzt. Was bedeuteten sie? Sind sie dort regulär, oder wurden sie tatsächlich von Santiego dort hineingeritzt?
03/15 Was hatten sie zu bedeuten? Ca. eine Stunde lang kniete ich vor dem Boden hinter der Tür und rätselte. In der zwischenzeit kam auch die Kutsche an, mit meinen wenigen Habseligkeiten und hatte jene ausgeladen. Langsam spürte ich Hunger aufkommen und so ging ich aus und suchte in ein paar dunklen, düsteren Gassen nach einem besonders verdorbenen Exemplar.
Es war nicht schwer ihn zu finden. Ich empfing ein paar wirklich miese Gedanken, die zu einem wohl bezahlten und skrupellosen Zuhälter und Mörder gehörten. Er war etwa 35 Jahre alt, gut rasiert und sehr gepflegt und sah gut gekleidet aus. Insgesamt hatte er schin an die 20 Menschen getötet und die Huren in seinem Bezirk wurden regelmäßig von verprügelt und mißhandelt. Oh ja! Dies war der Richtige. Stark, groß und von der übelsten Sorte. Ich trat ihm in den Weg und sofort spürte ich seine Boshaftigkeit in natura.
"Bursche, geh mir aus dem Weg, oder du wirst es bereuen!"
"Aber ich wollte sie doch nur was fragen, wehrter Herr!"
Ich soielte wieder meine Glanzrolle als unschuldiger, wißbegieriger Junge. Sehr praktisch wenn man aussieht wie ein kleiner Engel von 19 Jahren, man kann viele zum Narren halten! Bei ihm war dies nicht anders, seine Miene hellte sich schlagartig auf und ein Anflug von Neugierde blitzte in seinen Augen auf.
"Und welche Frage möchtest du mir stellen? Was kann ich denn wissen, was so einen zierlichen jungen Mann interessiert?"
Ich hatte ihn, er besah mich genauer und erkannte erst jetzt meine gesamte Schönheit. Die langen braunen Haare und meine funkelnden grünen Augen, eingefaßt von dichten, langen, geschwungenen und schwarzen Wimpern. - Er hatte jetzt durchaus Interesse an mir. Ich sah in seinem kleinen, beschränkten Hirn wie er sich ausmalte mich zu verführen und anschließend in seine GRuppe von bedauernswerten Huren zu integrieren.
"Nun, ja! Wissen sie, Monsieur, ich wollte fragen, da sie ja ein so stattlich und gutaussehehder Mann sind ...", er war sichtlich geschmeichelt, "... ob ich die Erlaubnis bekommen würde, sie zu küssen? Bitte erzürnen sie nicht, aber Männer wie sie sieht man selten!"
Es dauerte nur fünf Minuten, dann war er leer bis auf den letzten Tropfen. Ich beseitigte seine Leiche nicht, entgegen meiner Gewohnheit, denn ich wollte, das man ihn so früh wie möglich entdeckte, damit zumindest seine Huren schnell wußten, das sie nun frei sind. Außerdem wollte ich schnell zurück sein, ich hatte viel zu viel Zeit mit ihm verschleudert. Die Glocken schlugen jetzt drei Uhr und ich musste noch dahinter kommen was es mit den Zahlen auf sich hatte und ich musste überprüfen, ob unsere alte Notfallgruft noch zu benutzen ist. Etwa zehn Minuten später erreichte ich wieder Santiegos alte Villa. Ich setzte mich wieder vor den Staubhaufen und starrte unwissend vor mir auf den Boden. Kurz darauf ein Windhauch und noch bevor ich mich umdrehen konnte, hatte ich schon eine große, starke Hand auf meiner Schulter, die ihre Finger sanft in mein Fleisch drückte.
"Sant....", doch schon spürte ich weiche und fordende Lippen auf den meinen. Er war es! Mein Vater, mein Meister! Da stand er nun, so vollkommen wie eh und je und lächelte mich liebevoll an.
"Ich wusste du würdest zurückkommen. Darauf habe ich immer gehofft!"
"Doch warum ist das Haus so leer, wo sind die Anderen? Was ist passiert in den letzten Jahren? Und was hat es mit den Zahlen da auf sich? Ich versteh das nicht!"
"So beruhige dich doch, Armand! Nimm erstmal deine Sachen und lass uns von hier weggehen, ich erklär dir dann in Ruhe was passiert ist."
"Aber... , was ist denn passiert? Was ist in den letzten 16 Jahren passiert? Was..."
"Jetzt gib doch mal Ruhe, mein Engel. Erstmal müssen wir aus diesem Haus raus. Nimm jetzt deine Sachen und folge mir einfach. Wir müssen hier schnell weg, frag nicht. Halt deinen Kopf geschlossen und beeil dich!"
"Santiego, sag mal kannst du fliegen?"
"Ja, aber das bringt uns ja nichts, du..."
"Aber ich kann es auch!"
"Was? Wie? Egal, erklär es mir später. Los!"
Wir flogen nicht lange, nur etwa zehn MInuten. Während des Fluges sprachen wir nicht und so blieb mir die Zeit zu beobachten wohin wir eigentlich unterwegs waren. Zumindest waren wir nicht mehr in der Stadt und bewegten uns gen Süden. Auf einem großen Landsitz mit einer fast palastähnlichen Villa landeten wir schließlich sanft in einem Garten, abgeschirmt von großen Hecken, hinter dem Haus.
"Wo sind wir?"
"Das ist unsere neue Residenz, Armand! Hier ist nun unser neues Heim."
"Nun sag schon, Meister, was ist los? Was ist denn vorgefallen in den letzten Jahren?"
"Zuerst erklärst du mir mir bitte, was mit dir passiert ist! Wieso kannst du plötzlich fliegen und wie siehst du eigentlich aus. Deine Kleidung ist ja ein Graus und was hast du erlebt, das deine so jungenhaften Züge gealtert sind? Du siehst ernster aus und deine Augen sind von einem bösartigen Glanz erfüllt."
"Nun ja, ich..."
Es dauerte nicht lange, nach ca. einer Stunde war ich mit meinen Erzählungen über Paris, Pierre und unsere Eskapaden, sowie unserem letzten Zusammentreffen fertig. Santiego sagte nichts, er starrte nur vor sich hin mit einem Ausdruck des Überraschten in seinem Gesicht. Ich beobachtete ihn, sah wie er das soeben Gesagte immer wieder in sich wiederholte. Dann war es an der Zeit, das ich ihn wieder zurückholte.
"Santiego! Nun sprich doch, was ist los mit dir? Hör auf zu Schweigen, das macht mich nervös!"
"Das hätte ich dir nicht zugetraut! Das du nicht mit größerer Vorsicht an diesen Pierre angegangen bist war sehr töricht. Er hätte dich auch einfach töten können. Diese Blutbäder der Sterblichen; hast du denn nichts von mir gelernt? Für so blutrünstig und skrupellos hätte ich dich nie gehalten."
"Aber, ich ..."
"Lass mich ausreden! Du hast ja noch eine Narrerei draufgesetzt! Das Blut tauschen, mein Gott, wie naiv und vertrauensseelig du doch bist. - Aber gut, es ist nichts passiert und es scheint, es hat deinen Kräften doch recht gut getan. Deine Flucht allerdings war überstürzt und unüberlegt. Glaube mir, wenn ich sage, sei froh das du noch lebst und dieser Pierre scheint tatsächlich verrückt gewesen zu sein, wenn er vor lauter gierigem Verlangen seinen eigenen Tod nicht bemerkt. ... Nun gut! Dir geht es ja offensichtlich bestens. Jedoch wundert es mich doch ein wenig, dass du trotzdem schon fliegen kannst. Hast du denn irgendeine Ahnung wie alt dieser Pierre ungefähr war?"
"Nicht wirklich, aber fliegen konnte er ja! Vielleicht war ja diese Mischung von zwei fliegenden Untoten das Ausschlaggebende!"
2mag sein! - Lass uns jetzt mal ins Haus gehen, damit du dir was ordentliches anziehen kannst und vorher, bitte, geh baden! An dir haftet immernoch ein wenig der Geruch der alten Dorfgrabkammer!"
"Santiego?"
"Was ist Armand?"
"Erzählst du mir jetzt, was bei dir passiert ist?"
"Später! Wenn du baden warst."
"Nein bitte, erzähl es mir sofort. Von mir aus auch wenn ich bade!"
"In Ordnung, Armand! Komm ich zeige dir das Bad und wenn du drin bist, erzähle ich dir mein Schicksal der letzten 16 Jahre."
Sein neuer Unterschlupf war überwältigend. Es umfasste drei Etagen und etwa 2000qm Grundfläche. Riesige Räume gefüllt mit allerlei Gemälden, mehrere Arbeitszimmer und bestimmt an die zwanzig Schlafgemächer mit Bad und Wohnraum. Im Westflügel ganz ober schleißlich hielten wir vor einer großen doppelflügigen Tür inne. Er stieß sie mit großer Kraftanstrengung auf, mon Dieu, kein Sterblicher hätte nur den Hauch einer Chance gehabt sie nur um einen Milimeter zu bewegen. Hinter der Tür erschloß sich mir ein unglaublich schöner, ja Raum trifft es nicht, riesiger Saal. In der Mitte stand ein großes Himmelbett mir schweren Nachtblauen Samtvorhängen. Der Boden bestand aus großen, hellen Mamorplatten und dort wo das Bett stand lag ein großer Teppich. An den Wänden hingen Gemälde die Santiego selbst gemalt hatte und über der Tür, hinter mir, hing ein Porträt von ... mir! Entlang der Wände standen Regale gefüllt mit Büchern und Pergamentrollen, zwei Schreibtische und in einer Ecke war ein große Sitzecke mit mindestens hundert Kissen. Fenster hatte der Raum keine. Dort wo man welche vermuten konnt hingen große, ebenfalls nachtblaue, schwere Vorhänge. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr raus. Erst als Santiego den ARm um mich legte und mit sanftem Druck mich in Richtung der Sitzecke schob, kehrte ich wieder mit meinen Geiste in die Gegewart zurück. Kurz bevor wir an der Couch ankamen, machte er einen SChlenker nach rechts. Nun standen wir vor einer Wand und ich wunderte mich ein wenig, soch Santiego streckte den Arm aus und schob ein riesiges Gemälde kurz beiseite und schon öffnete sich direkt vor uns eine Art Tür und ein schmaler, von Fackeln erleuchteter Gang trat zum Vorschein. Wir gingen hinein und nach etwa zehn Metern traten wir aus ihm heraus und befanden uns nun in einem runden Badezimmer. Ebenfalls waren hier keine Fester zu entdecken, doch waren hier kleine Nischen, in denen Stauen standen. In der Mitte des Zimmers befand sich, im Boden eingelassen, eine große Wanne in der schon dampfendes Wasser auf uns wartete. Mein Meister zog mir langsam und zärlich die verlotterte Klöeidung von Leib und wies mich an ins Bad zu steigen. Kurz darauf tat er es mir gleich und jetzt saßen wir in der Wanne. Meinen Blick wieder ihm zugewandt, wartete ich darauf, dass er mit seinen Erklärungen begann. Dies tat er dann auch unverwandt.
"So nun denn, mein teuflischer Engel! - Als du damals dich nach Paris aufgemacht hattest, bin ich weiter auf dem schnellsten Wege nach Hause. Meine Reise verleif unproblematisch und die Ankuft daheim war ebenfalls ohne besondere Vorkommnisse. Erst nach etwas fünf Jahren traten einige Probleme auf. Ein paar Sterblich waren der Überzeugung ich wär so eine Art Hexer, da ihnen dann doch wohl auffiel, dasss ich mich im Vergleich zu vor unserer Reise und jetzt danach nicht veränderte. Sie fingen an Gerüchte zu verbreiten und hatten recht schnell einen Mob zusammen gestellt. Sie begannen das Haus mit faulen Früchten zu bewerfen und letztendlich versuchten sie sogar es in Brand zu stecken. Nach zweijähriger Tortur hatte ich die Nase voll. Ich schaute mich nach einem GRundstück außerhalb der Stadt um, damit ich nicht wieder zu starken menschlichen Kontakt habe. Ziemlich bald fand ich dieses hier, sofort habe ich mich darin verleibt. Das Problem war, es wurde noch bewohnt und so versuchte ich erst mit List, dann zuletzt leider mit einem 'Essen' die Besitzer zu überzeugen mir jenes Gut zu überlassen. Ich räumte unser altes Haus und richtete dieses hier neu und moderner ein. Ich hatte jedoch die gesamte Zeit das unbestimmte Gefühl, dass du wiederkommen würdest und so musste ich mir was einfallen lassen. Mein Haus habe ich verkauft, doch de Pöbel gab weiterhin keine Ruhe und so konnte ich es nicht riskieren dir ein offensichtliche Nachricht zu hinterlassen. Ich ritzte hinter der Einganstür die Uhrzeit ein, in der ich vorgehabt habe wieder in diesem Haus zu erscheinen. Jene Zahlen bedeckte ich mit ein wenig Staub, damit andere sie nicht sofort bemerken würden. Und so kam ich nun die letzten Jahre jeden Abend um viertel nach drei, jedesmal in der Hoffnung dich dort vorzufinden. Heute Nacht war es nun soweit, ich hatte schon beinahe die Hoffnung aufegeben. Doch jetzt bist du ja wieder bei mir, wohlbehalten und stärker als zuvor!"
Ich schwieg! Santiego und ich lagen noch eine Weile stumm im angenehm warmen Wasser. Plötzlich stand er auf, trocknete sich ab und wies mir mit einer Handbewegung es ihm gleich zu tun. Immernoch kein Wort von uns gebend gingen wir zurück in sein bombastisches Schlafgemach. Er schüttelte die Kissen auf und schlug die Decke um. Ich wusste es war Zeit zum Ruhen, denn auch wenn es hier keine Uhren und Fenster gab, so war mir trotzdessen bewusst, das die Dämmerung eingesetzt hat. Und so begaben wir uns in sein monströs großes Bett und durch ein schnippen von Santiego löschten sich dei Kerzen und wir betteten uns zur Ruhe.



Kapitel VI

Santiego's Wandel


Am nächsten Abend wachte ich nach einer Nachtruhe auf, so schön und geborgen wie schon lange nicht mehr. Santiego war schon aufgestanden und war nirgends zu sehen. Ich entstieg dem Bett und näherte mich der schweren Stahltür. Mon Dieu, würde ich diese allein öffnen können? Mein Meister hatte schon enorme Schwierigkeiten gehabt. Unter größter Kraftanstrengung versuchte ich sie ein wenig zu bewegen. Und zu meiner Überraschung tat sie dies auch. Ich schob weiter und bald war der Spalt groß genug um mich dort hindurchzuquetschen. Als ich im hell erleuchteten Flur stand, schloß ich sie gleich wieder. Spüren konnte ich Santiegos Anwesenheit irgendwo weit unten und ich machte mich auf, die Treppen hinunter zu gehen, immer darauf bedacht nicht zu schnell zu gehen oder mich plötzlich in die Luft erhebend, denn ich nahm an, da ich Sterbliche ,roch´, das Santiego Angestellte hatte und jene wollte ich nicht eerschrecken. Immer weiter ging ich hinunter, nun war ich schon im Erdgeschoss und noch immer spürte ich Santiegos Anwesenheit irgendwo unter mir; ich suchte energisch nach einem Hinweis ob es einen Weg gäbe nach unten, ob es tatsächlich einen Keller gibt. In der Großküche, die sehr vereinsamt aussah, entdeckte ich eine Falltür vor dem Ofen. Ich versuchte sie zu öffnen und auch sie ging so schwer auf wie die zu unserem Schlafgemach. Vor mir eröffnete sich eine erneute Treppe und abermals begann ich Stufen hinab zu steigen. Innerhalb ein paar Sekunden befand ich mich in einer unterirdischen Katakombe. Starke Verwesungsgerüche brachten mich fast zum Erbrechen. Langsam aber sicher beschlich mich das Gefühl, dass Santiego doch nicht mehr so ehrenhaft war als er vorgab. Trotz meiner ansteigenden Übelkeit ging ich weiter. Nur wenige Fackeln erleuchteten den Gang. Links und rechts neben mir sah ich Verliestüren aus denen dieser abartige Geruch entströmte. Nun mischte sich unter diesen ekelhaften Gestank der Duft von frischem, pulsierenden Blut. Und wie ich es schon vermutete, waren nicht in allen Zellen nur Leichen. Immer weiter ging ich und vernahm leises Gewimmer hinter den Türen. Dann machte dieser grauenhafte Gang eine Biegung nach rechts und da sah ich eine offene Kerkertür und ich spürte Santiegos Anwesenheit so deutlich, dass ich wusste was sich mir für ein Anblick bieten würde, wenn ich hineinschaute.
Er war so trunken vom Blut, dass er wohl deshalb nicht bemerkte, das ich im Türrahmen stand. In seinen Armen lag ein junger Knabe, nicht älter als 16 Jahre, und er hatte immernoch seine Zähne in seinem Hals. Erst nach ein paar Augenblicken schien er mich zu bemerken. Er blickte auf, ließ von dem Jungen ab und warf ihn achtlos in die Ecke. Schnell erhob er sich und kam mit Unschuldsmiene auf mich zu. Ich, der ich diese ganze Situation so genoß, dass ich sogar den bestialischen Gestank vergaß, lächelte triumphierend in seine klaren Augen. Mon Dieu, wie sehr erinnerte mich das an die Anfangstage von Pierre und mir. Ach ja, mein von idealen verfolgter Santiego, spielte immer den Gütigen und doch ist er das was er ist, ein blutrünstiger Vampir!
"Wie sachte du doch mit diesem Knaben umgegangen bist und was für eine traumhaft schöne Umgebung für seine letzten Stunden! Jetzt weiß ich was du meinst, als du zu mir sagtest ich wäre zu brutal. Das ist natürlich prakisch, das du mir nun ein Beispiel zeigst"
"Sei ruhig, ich ..."
"Ich lass mir nicht den Mund verbieten, nicht mehr. Du spieltest dich immer als Wohltäter auf. Aber du bist doch genauso wie ich. Geb es doch zu, du magst es auf die harte Tour. Du findest es belustigend wenn sie sich wehren, die Farbe des Blutes macht dich rasend und nichts ist erregender wenn du am Ende die Schlagader zerfetzt. Mach mir nichts vor, du wolltest aus mir einen zahmen, freundlichen Untoten machen, einen der du nicht geworden bist. Nur um dein Gewissen zu beruhigen. Nun ja, jetzt musst du damit leben, dass ich ebenfalls wie du ein typisches Wesen der Nacht bin."
"Du verstehst das alles falsch, Armand! Ich bin nicht so. Ich muss es nur tun. Es fällt doch auf, wenn die Menschen sterben, gerade auf dem Lande, dort leben nicht so viele. Mir macht das alles keinen Spass. Doch wenn ich weiterhin offensichtlich draußen töte, könnte soetwas wie in Florenz passieren. und darauf bin ich nicht so erpicht."
"Achso, deshalb hälst du die Sterblichen wie Tiere und entsorgst nicht mal ihre Leichen, deshalb labst du dich daran wie sie leiden und außerdem sagtest du gestern Nacht erst, dass du in den vergangenen Jahren jede Nacht zurück nach Florenz geflogen bist um zu schauen, ob ich endlich zurück käme. Da hättest du natürlich nicht ein Opfer aus der Stadt nehmen können. Schon klar. Du brauchst dich nicht zu rechtfertigen, ich verstehe dich nur allzu gut. MIr geht es doch nicht anders. In einem Punkt tun sie mir leid, die kleinen unwissenden Menschen, im anderen Punkt jedoch, bin ich mir bewußt, ich bin ein Jäger. Ich darf kein Mitleid zeigen, darf sie nicht verschonen, ansonsten muss ich leiden. Man muss sich entscheiden, entweder sie oder ich leide und ich bin zu egoistisch! Ehrlich, ich verstehe dich.
Sieh es einfach ein, dass es so ist. Du brauchst mir nichts vorspielen und es mir verheimlichen. Also lass den Unsinn mit deinen kläglichen Ausreden."
Stille! Santigeo antwortete mir nicht auf meine letzte Ausführung, er starrte mich nur an und nach ein paar kurzen Momenten bemerkte ich wie sich seine Augen mit blutigen Tränen füllten. Er kam auf mich zu und wir umarmten uns. Schluchzend dankte er mir für mein Verständnis und erklärte mir, dass er Jahrhundrte lang diesen Trieb, Instinkt unterdrückt hatte. Er hielt es immernoch für barbarisch so mit den Sterblichen umzugehen, doch ist nun das Verlangen danach sich an Schmerzen und Leid zu erfreuen zu groß geworden und er akzeptiere diese Tatsache mit widerwillen mittlerweile. Ich schämte mich ein wenig. Santiego hatte seinen Instinkt über Jahrhunderte unterdrückt für seine Überzeugung und ich? Tja, ich schaffte dies nicht mal ein halbes Jahrhundert!
Ich offenbarte ihm diese Gedanken natürlich nicht, gerade habe ich es geschafft meinen Meister, meinen Vater zu belehren. Diesen kleinen Triumph wollte ich mir nicht nehemen lassen. Im Gegenteil, ich fragte ihn, ob er nicht noch einen schönen ,Happen´ für mich hätte. Wideerwillig und mit Unbehagen führte er mich zu einer anderen Zelle. Dort lag ein junges, hübsches Mädchen, vielleicht so ungefähr zwanzig Jahre alt. Sie war noch nicht lange hier, dazu war sie noch zu stark bei klarem Verstand. Was man denn von ihr wolle und warum sie hier sei, fragte sie. Es schien, als dachte sie, ich wär Aufgrund meiner äußerlichen Jugend, ein menschlicher Knabe und würde ihr nichts böses wollen. Die snutzte ich natürlich um mich ihr ohne Probleme zu nähern. Santiego blieb im Dunkeln vor der Tür stehen und beobachtete mich mit Unbehagen und Faszination. Ich kniete mich vor das Mädchen und fing an mit ihr zu sprechen.
"Meine liebste Fantine, " ,Woher kennt er meinen Namen?´, "seien sie beruhigt, es ist nichts schlimmes. Mein Vater ist bloß etwas grob bei seinem Einladungen. Er sucht für mich eine Frau, damit ich nicht mehr allein auf diesem risiegen Gut leben muss. Es tut mir aufrichtig leid, dass sie sich gefürchtet haben. Ich hoffe sie können mir und meinem Vater verzeihen."
Mit den letzten Worten streckte ich meine Hand nach ihr aus. Sie begutachtete mich argwöhnisch und rutschte etwas von mir weg. Sie glaubte mir nicht, aberwieso? Bisher hatte ich damit nie Probleme gehabt.
"Sie wollen mich zum Narren halten, Sie sind nicht der Sohn des Hausherren, sie sehen nicht so aus, als hätten sie auch nur den Huach eines Standes. Verzeihen nun sie, wenn ich etwas unverfroren werde."
"Wie, ich sehe nicht danach aus?" Erst jetzt bemerkte ich was sie meinte. Ich sah an mir herrunter und sofort reagietre ich für sie angemessen. Mon Dieu, kein Wunder das sie mir nicht traute, ich war vollkommen entblößt! Ich bedeckte mit meinen Händen mein Organ und begann ihr dies zu erklären.
"Pardone moi, Mademosielle! Ich vergaß vorhin in lauter Hektik, mich zu bekleiden. Ich schäme mich zutoefst ihnen das zugemutet zu haben. Doch damit sie mir glauben, schauen sie sich mein Haar und meine Haut an, sie werden keinerlei Anzeichen von Arbeit daran finden."
Mit skeptischen Blick erhob sie sich langsam und besah sich behutsam meinen unsterblichen Körper an.
"Perfekt!" flüsterte sie ehrfurchtsvoll. In ihren Gedanken lass ich, dass sie durch diese Beschau durchaus angeregt war. Hitze stieg langsam in ihr auf und das brachte meinen Blutdurst wieder in Wallung. Sie war faszinierend und ich wollte sie schmecken, wollte, dass ihr heißes Blut in mir fließt. Ich erhob mich nun auch und stand in voller Größer und Pracht vor ihr. Sie war etwas kleiner als ich undschaute nun zu mir auf.
,Klare, ganz klare unschuldige blaue Augen' blickten in die meinen. Aufgrund ihrer Gedanken wusste ich, dass sie mir jetzt vollkommen glaubte und sie erzückte der Glauben daran, meine Gemahlin zu werden. In mir kochte es, ich wollte sie, nein, das Blut, nein, sie! Doch dann nahm sie mir die Entscheidung ab. Sie fiel mir überschwenglich in die Arme, presste ihren heissen, lebenden Körper an meine toten. Den Kopf leicht zur Seite geneigt, konnte ich ihre Schlagader hervortreten sehen. Da war es vorbei! Ich beugt meinen Kopf zu ihr herunter und ließ langsam und behutsam meine Zähne in ihr warmes Fleisch. Sie merkte kaum etwas, wie leicht waren doch die Lebenden zu täuschen. Sie hielt es für einen besonders intensiven Kuss und gab sich mir vollkommen hin. Ich spürte ihren sehnlichtsen Wunsch, ich solle sie nehemn, sie wäre bereit dafür. Langsam, ohne mein Saugen an ihrem Hals zu unterbrechen, öffnete ich mit einer Hand ihr Kleid. Ich streichtlte sanft über ihren gesamten Körper. Sie wa vollends hilflos und ich war betäubt von ihrem süßen unschuldigen Blut, welches sich Schluck um Schluck durch meinen unsterblichen Körper presste. Noch bevor ich ihr ihren Wunsch erfüllen konnte, merkte ich wie ihr Herz bedrohlich anfing zu flattern. ,Nein, ich will nicht das es aufhört', doch zu spät, jetzt aufhören würde nichts mehr bringen, sie würde trotzdem sterben, jedoch wesentlich langsamer und unter Qualen. Also musste ich es beenden, ihr den letzten wohlschmeckenden süßen Blutstropfen aussagen. Wie schade, sie war eine der wenigen Menschen, die es nicht verdient hatte zu streben und dabei so verlockend ist.
Zu spät, in jenem diesen Moment hörte ich den letzten Herzschlag und eine letzten leisen Stöhner. Jetzt war sie nur noch eine wunderschöne leere Hülle. Ic ließ sie asu meine Armen gleiten, bedeckte sie mit ihrem Kleid und bedauerte ihren Tod ein wenig. Santiego stand jetzt in der Tür immernoch mit blutgefärbten Tränen in den Augen.
"Mon Dieu, etwas schein ich dir doch beigebracht zu haben. So behutsam hab ich noch nie einen von uns beim Trinken erlebt. Wieso können wir alle das nicht immerso machen? Warum müssen wir einen so brutalen Mörderinstinkt haben?"
"Santiego, Meister, so beruhige dich bitte. Akzeptiere unser Schicksal, das hier war eine Ausnahme, sie war etwas besonderes, daher habe ich mich so zurückgehalten. Solch Menschen findet man nur wenige. Ansonsten bin ich schneller und härter bei der Sache. Erinnere dich bitte, dass ich in den letzten Jahren alles andere als behutsam war." Damit war unser Gespräch beendet und wir gingen nach oben. Santiego hatte noch geschäftliches zu erledigen und flog aus zur Stadt, ich hingegend erkundete das neues Gehöft, machte mich mit dem Haus, den Gärten und den Ställen vertraut.
Die nächsten Jahre über geschah nicht viel, es war fast wie früher, vor Paris, vor unserer Weltreise. Wir waren für uns, malten Bilder, töteten des öfteren zusammen. Natürlich war ich in seiner Gegenwart , netter' zu unsren Opfern, um nicht Santiego wieder zur Gefühlsduselei zu bringen. Jedoch schien ihn das Erlebte im Verließ stärker zu bedrücken als ich ursprünglich annahm. Mir file auf, dass er sich schon in meiner Gegenwart etwas beschämt beim Töten gab. Er versuchte immer besonders vorsichtig und umsichtig mit den Sterblichen umzugehen. Er schien immer irgendwie verunsichert, ob er jetzt nicht vielleicht doch zu grob handelte. Ich bemerkte auch, dass das dazu führte, das er das Bltutrinken nicht mehr genoss. Und als er nach etwa 13 Jahren so gut wie garnicht mehr trank, beschloß ich was dagegen zu tun. Mir kam die Idee, er solle doch seine Natur ausleben, damit er aber keine Reue oder gar Mitgefühl zeigte, schlug ich vor, die Sterblichen zu töten, die es verdient haben. Sprich ich forderte ihn dazu auf, sich an den Mördern, Dieben und Schändern zu vergreifen. Mir schien dies eine gute Lösung zu sein. Denen musste man nichts vorspielen, sie haben keinen sanften Tod verdient. Sie sollten unter Leiden und Qualen sterben. Santiego jedoch fing eine Grundsatzdiskussion mit mir an, das egal wie sich wer vehalte, doch trotzdem ein fühlendes, lebendes Wesen sei und das es nicht an uns ist zu richten, wer den Tod verdiene. Er brachte mich in rage, er solle doch aufhören sich hinter seinem sein zu verstecken. Er müsse töten um zu überleben und jene Individuen hätten es zumindest eher verdient als die braven unschuldigen Menschen. Er solle sich mit der Tatsache abfinden und es doch mal damit versuchen. Etwas widerspenstig und protestierend ließ er sich darauf ein, immer laut erklärend, dass er seine Meinung ja doch nicht ändern würde.
In einer lauen Sommernacht begaben wir uns in die dunklen, dreckigen Gassen von Florenz. Hier trieb sich allerhand Gesindel herum und wir beide, so ausstraffiert wie wir waren, gaben eine gute, einfache potentielle Beute ab. Es würde nicht lange dauern, dann würde unser ,Essen' allein zu uns kommen. Und tatsächlich brauchte es nur ungefähr zehn Minuten als sich unsere Vorspeise näherte.

... Fortsetzung folgt
by Juliane Riediger alias Armand

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