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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Erwachen


(Mittel: 9523 Zeichen)
 Mara Online seid 10.07.2008
(1595 mal gelesen)

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Schlagartig öffnete sie die Augen. Sie hatte geträumt. Was nur? Sie erinnerte sich nicht. Es musste etwas Wildes gewesen sein! Ihr Herz schlug so komisch – überlaut - ihr schien als sei es im ganzen Raum zu hören. Nur langsam kam sie richtig zu sich. Es war dunkel im Zimmer, jemand muss die Jalousie ganz herunter gelassen haben, überlegte sie kurz.


Irgendwie lag sie unbequem und als sie sich zur Seite drehen wollte, in ihre gewohnte Schlafposition, stieß sie mir ihrer Hand an etwas Hartes. Es gab einen dumpfen Ton. Sie hielt erstarrt inne. Ihre Hand war auf die Decke gesunken und sie tastete den Stoff, seidig weich, für Sekunden, bevor- bevor er unter ihren Fingern zerfiel wie mürbes Papier! Ihr Herz raste und klang wie eine dumpfe Trommel. Sie wagte kaum sich zu rühren, wollte nicht denken müssen, nicht überlegen, nur aufwachen aus einem Albtraum! Aber sie wachte nicht aus einem Traum auf, starrte voll innerer Leere vor sich hin in die schwarze Dunkelheit. Es schien ihr wie eine Ewigkeit, bis sie sich wieder wagte mit den Fingern vorsichtig zu tasten …


und nun schrie sie gellend laut auf! Doch nur sie selbst konnte ihr Schreien hören. Sie wusste wo sie war, begriff jedoch nichts, außer ihrer Panik, in welcher sie nun um sich schlug, an die hölzernen Bretter, welche zerbröselten, genauso wie die Decke und die ganze Lagerstatt, auf die man sie gebettet hatte. Sie schrie und schrie und weinte, als sie bemerkte, wie es knirschte und dröhnte, wie kalte Erde auf sie zu rieseln begann.


Hastig, als könne sie etwas damit aufhalten, versuchte sie mit wischenden Handbewegungen die Erde von ihrem Körper zu entfernen. Dabei strampelte sie verzweifelt mit den Beinen, wollte der Enge ausweichen, die sie von allen Seiten umgab. Sie schrie und schrie!


Durch ihre Panik hatte sie der unstabilen, morschen Konstruktion jedoch den letzten Halt genommen und binnen weniger Sekunden lag meterweise schwere kalte Erde auf ihrem Körper, drang ihr in Mund, Nase, Ohren ein, lastete auf ihr und würde nun ihren Brustkorb zerdrücken, sie ersticken!


Mit übermenschlicher Kraft bäumte sie sich, im Angesicht des sicheren Todes, auf und entwickelte unheimliche Kräfte. Sie schob sich mit ihrem Körper in eine aufrechte Position, drückte mit den Armen und Händen über sich die zentnerschwere Last Stück für Stück zur Seite, kämpfte sich an die Oberfläche, mit Bewegungen die an eine Raupe glichen, bis sie schließlich auf Händen und Gesicht wieder einen Luftzug spürte. Verzweifelt hustete sie und spuckte Erde aus, half mit ihren Händen nach, atmete ein, wischte sich die Augen.


Das erste was sie sah war der der Vollmond am leicht bewölkten Nachthimmel. Sie kämpfte sich noch das letzte Stück aus der Erde, bis sie erschöpft an der Oberfläche liegen blieb und weinte.


Sie überlegte, was geschehen war. Wie war sie dort hingekommen? Wer hatte ihr das angetan? Warum? Wer war sie überhaupt? Sie konnte sich an nichts erinnern, dumpfe Gefühle! Sie keuchte, saß schließlich von Erde verschmiert, völlig nackt, für eine Weile auf dem Grab, denn der Stoff ihrer Kleidung war ebenso bröselig gewesen, wie alles andere, das sie im Augenblick ihres Erwachens umgeben hatte. Dann blickte sie sich gehetzt um, sprang auf, klopfte entsetzt die Erde von ihrem Körper, erhob sich, rannte los, rannte und rannte., weinte und schrie. Nur fort von diesem Ort.


Außerhalb der Friedhofsmauern irrte sie bald durch die stillen Straßen und weinte immerfort, bis sie schließlich eine mehrspurige Hauptstraße erreichte. Dort war um die Uhrzeit nicht viel Verkehr, aber nachdem zwei Autos vorbei gefahren waren, hielt ein drittes schließlich an.


Ein Mann und eine Frau stiegen aus und kamen auf sie zu. Sie hatte Angst, wusste nichts mehr, alles kam ihr fremd vor, sie machte Anstalten wegzurennen. Aber die Frau hatte sie mit wenigen Schritten ein. Sie sprach tröstliche Worte und hielt sie fest, drückte sie an sich, versuchte sie zu beruhigen. Sie ließ sich erschöpft in die Arme der fremden Frau sinken, legte den Kopf an ihre Schulter und schluchzte. Die Frau tätschelte zärtlich ihr schmutziges Haar und ihren nackten Rücken. In der Zwischenzeit kam der Mann heran und legte seine Jacke um ihren nackten schmutzigen Körper. Sie führten sie zum Auto, setzten sie auf die Rückbank und riefen die Polizei an. Vermutend, dass es sich um Misshandlung oder Vergewaltigung handeln könnte.
Als die Polizei eintraf, saß sie schon im Krankenwagen, der den Ort des Geschehens schneller erreicht hatte. Der Notarzt sagte der Polizei, dass die Frau sich im Schockzustand befände und auf keinem Fall vernehmungsfähig sei. Sie hätte sich sogar so vehement gegen eine Beruhigunkspritze gewehrt, dass die Kanüle abgebrochen wäre.


So mussten die Polizisten sich vorerst mit der Aussage des Paares zufrieden geben.
Im Krankenhaus durfte sie in Begleitung einer Schwester duschen und als diese ihr das Duschtuch umlegte, war sie erstaunt, welch makellose Haut die junge Frau doch hatte und wie schön sie war, zart, wie neu geboren.
In ihrem Krankenbett wollte sie sich nicht dem Schlaf hingeben. Sie fürchtete sich wieder zu erwachen, wieder dort zu sein an jenem grauenvollem Ort und sie versuchte verzweifelt sich zu erinnern, was zuvor geschehen war, wer sie selbst war. So grübelte sie die ganze Nacht.


Wochen später…


saß sie auf dem Bett und starrte aus dem Fenster. Man hatte sie in die Psychiatrie gebracht. Schizophrenie lautete die Diagnose. Sie hätte optische Halluzinationen gehabt, sich alles nur eingebildet, sie wäre krank. Auf dem Friedhof hätten sie das zerstörte Grab gefunden, welches sie in ihrer Panik, aus irgend einer für sie real empfundenen Einbildung heraus, verwüstet hätte. Sie hatten ihr erklärt, dass sich kein Mensch, nicht einmal Herkules persönlich, aus einem Grab befreien könne. Langsam akzeptierte sie ihre Krankheit.
Wer sie jedoch war, konnte nicht ermittelt werden, keine Vermisstenanzeige, kein Erfolg bei Suchanfragen nach Verwandten und Bekannten in den Medien.
Man hatte sie untersuchen wollen, jedoch sie wehrte sich so heftig gegen jede Kanüle, jede Spritze, dass sie es bleiben ließen. Nun bekam sie Psychopharmaka.
Sie aß auch wieder, zuvor hatte sie tagelang die Nahrung verweigert, alles schmeckte nach Erde! Erst als die Ärzte sie zur intravenösen Zwangsernährung nötigen wollten, gab sie auf und aß wieder, jedoch an dem erdigen Geschmack hatte sich bis heute nichts geändert. Die Psychologen erklärten ihr, dass es an ihren Wahnvorstellungen auf dem Friedhof liegen könnte. Im Grunde waren die Mediziner hilflos. Aber sie lebte noch.
Schlafen hingegen konnte sie nicht, seit Wochen!


Sie hatte Angst und verheimlichte geschickt ihre Schlaflosigkeit, keiner ahnte etwas davon.
Nachts starrte sie aus dem Fenster. Wie heute auch.
Plötzlich spürte sie ein unglaublich schmerzhaftes Ziehen zwischen den Schulterblättern. Sie riss spontan den Kopf nach hinten und griff sich mit den Händen auf die Schultern, um dem Reißen entgegen zu wirken. Es war anders als wenn man sich verspannt hat. Sie hielt es nicht aus, beugte sich nach vorn, ging in die Hocke und schrie tonlos, sie wollte nicht, dass die Nachtwache kommt, sie würden ihr eine Spritze geben, davor hatte sie Panik. Mehr Panik als vor dem Schmerz, der ihren Rücken aufzureißen schien.


„Es tut nur beim ersten Mal so weh“
Sie drehte in ihrer peinvollen Krümmung mühsam den Kopf. Wer redete da mit ihr?
Da stand ein Mann im Zimmer. Er kam ihr seltsam bekannt vor. Nun beugte er sich zu ihr hinunter, streichelte er ihr Haar, kniete sich hin und zog sie in seine Arme. Er hielt sie fest, ganz fest an beiden Armen, es tat so gut! Sie bäumte sich auf, dann spürte sie aus ihrem Rücken eine Bewegung, etwas schob sich heraus. Der fremde Mann blickte sie an, steckte ihr seine Hand in den Mund und sie biss vor Schmerzen darauf. Der Schmerz wurde unerträglich, die Tränen schossen ihr in die Augen, ihr war als müsse sie gleich die Besinnung verlieren. Dann war Ruhe, schlagartig.


Der Fremde nahm seine Hand aus ihrem Mund, sie war blutig. Er wischte sie hinter seinem Rücken ab und dann sah sie plötzlich wieder normal aus, als wäre die Wunde nur Farbe gewesen, die man beliebig entfernen kann.
Sie starrte den Mann an. Er lächelte und dann breitete er seine Arme aus. Als er sie wieder herunter nahm sah sie: er hatte Flügel, rabenschwarze Flügel. Sie war verwirrt. Er hob sie vorsichtig auf die Beine und ging mit ihr vor den Spiegel am Wandschrank. Sie starrte fassungslos hinein. Aus ihrem Rücken waren Flügel gewachsen, rabenschwarze Flügel.
„Ich bin gekommen, um dir das Fliegen zu lernen!“, sprach er und lächelte wieder. Und nun kam es über sie, wie ein Schwall an Erinnerungen. Vor Ewigkeiten…Sie hatte getanzt mit ihm, er hatte sie heim gebracht, wollte eine Umarmung, nein, keinen Kuss, nur Umarmung zum Abschied und plötzlich dieser stechende Schmerz am Hals, wie spitze Nadeln…dann war nur noch Schwärze…

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