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Vampir Geschichten

Kurzgeschichten über die Nachtwesen

Blutiger Schnee


(Mittel: 11332 Zeichen)
 Vampyrbeute Online seid 16.10.2018
(116 mal gelesen)

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Blutiger Schnee (inspiriert von Akaychan)
Da lag sie nun. Lisa. Die Liebe seines Lebens. In einem Sarg, zwei Meter unter der Erde und drüber türmte sich eine Sammlung von Kränzen und Gestecken.
Am frühen Nachmittag war die Beerdigung gewesen und jetzt, beim Einbruch der Dämmerung war Tim noch einmal alleine hierher zurück gekehrt. Er stand schweigend am Grab, während aus dem bleigrauen Himmel die Schneeflocken wie gefrorene Engelstränen sachte zu Boden schwebten.

Es war der 8.Januar und Tim dachte zurück an die verhängnisvolle Silvesternacht. Dieses Jahr hätte das schönstes seines Lebens werden sollen. An seinem 30.sten Geburtstag im Juli wollten er und Lisa heiraten..
Lisa und Tim waren zum Jahreswechsel zum feiern bei Freunden eingeladen. Gegen 3 Uhr wollte Lisa nach Hause. Tim fiel als Fahrer aus, da er zu viel Alkohol getrunken hatte und Lisa, die nüchtern war wollte ein Taxi rufen, weil sie sich nachts nicht gerne ans Steuer setzte. Tim war jedoch zu geizig für ein Taxi und so überredete Lisa schließlich doch zu fahren.

Es kam, wie es kommen musste. An einer scharfen Rechtskurve verlor Lisa die Kontrolle über den Wagen, der sich prompt um den einzigen dort stehenden Baum wickelte. Während Tim mit einer Gehirnerschütterung und einigen Prellungen sehr glimpflich davon kam, brach sie Lisa bei dem Aufprall das Genick und war sofort tot. Tim machte sich seitdem Vorwürfe, dass er an Lisas Tod Schuld sei, das allerdings gab er in der Öffentlichkeit nicht zu.


Er war so in Gedanken versunken, dass er die Frau die plötzlich neben ihm stand erst in diesem Moment bemerkte. Doch selbst wenn er aufmerksam gewesen wäre, hätte er sie nicht kommen hören können, denn sie verstand es meisterlich, sich geräuschlos zu bewegen.

Er betrachtete die Person neben sich. Sie war etwa 1,70m groß und damit etwas kleiner als er. Sie trug einen dunklen Mantel, unter dessen Saum ein dunkles Kleid hervorlugte und feste schwarze Stiefel aus Leder. Ihre langen schwarzen Haare, die wie die Federn eines Raben glänzten, fielen fast bis zu ihrem Gesäß glatt hinunter.

Tim sah sie von der Seite an, konnte jedoch ihr Gesicht hinter den dunklen Haaren nicht sehen, Er begann vorsichtig: "Ich würde Lisa gerne noch einmal sehen", weil er Kontakt über eMail mit einer Frau hatte, die behauptete mit verstorbenen Seelen kommunizieren zu können. Das Problem war, dass er weder ihren Namen kannte, noch wusste wie sie aussah. Er hatte sich mit ihr um diese Stunde hier an Lisas Grab verabredet. Einige Sekunden vergingen, ehe die Frau leise, kaum hörbar "Ich weiß" antwortete und er hoffte, dass es die Frau war auf die er wartete. "Und wie sind Sie mit Lisa verbunden?" fragte er nochmal vorsichtig nach.

"Ich kannte sie nicht, aber ich kann Kontakt mit ihr aufnehmen" kam es wieder leise von der Frau. "Na also, Sie sind es" atmete Tim hörbar erleichtert auf. "Ja , ich bin es" kam die Bestätigung.
"Was muss ich tun?" fragte Tim nach nachdem er sich kurz umgesehen hatte, um sich sicher zu sein dass sie bei dem was sie vorhatten nicht gestört zu werden. "Nichts. Schließt eure Augen und macht sie erst wieder auf, wenn ich es euch sage" wies ihn die Frau an deren Blick aber immer noch stur geradeaus ging . Tim schloss vertrauensvoll und auf Erfolg hoffend die Augen .

Erst hörte er sachte Schritte und ein wenig später dann unverständlich gemurmelte Worte. "Augen auf" kam nun der Befehl und Tim gehorchte abermals. Rings um Lisas Grab herum verteilt standen 5 Kristalle. Eine schwarze Kerze brannte dort, wo der Kopf der Begrabenen sein musste. Die Frau stand ihm gegenüber auf der anderen Seite des Grabes und hatte die Arme weit ausgebreitet. Ihr Mantel lag neben dem Grab und sie trug nun trotz der leichten Minustemperaturen nur noch das dunkle bodenlange Kleid und natürlich die Stiefel .

Sie hatte die Zeit, als Tim seine Augen geschlossen hatte nicht nur dazu genutzt, dieses Szenario aufzubauen, mit Hilfe ihrer Kräfte konnte sie nun Tims Gedanken lesen und war bereit, ihm die passende Antwort auf seine Fragen zu liefern und konnte so auch nicht mehr von ihm überrascht werden. Ihre Haare flatterten wie in einem starken Wind, obwohl sich kein Lüftchen regte.

Ein warmes blaues Licht hatte ihre Gestalt eingehüllt und er sah sie nur wie durch Milchglas hindurch. Aus Lisas Grab stieg wie herbstlicher Morgennebel weißer Rauch und er hörte die Frau sagte: "Wenn sie erscheint beeilt euch. Ihr werdet sie sehen können und sie wird durch mich zu euch sprechen. Ich kann die Verbindung nicht lange halten. Das kostet mich sehr viel Kraft." Tim antwortete ihr, dass er verstanden hätte.

Der Rauch war inzwischen so dicht, dass er die Frau auch nicht mehr erkennen konnte. In den Schlieren des Rauches wurde nun langsam etwas erkennbar und wenige Augenblicke später manifestierte sich Lisas Gesicht . "Lisa" sprach er sie freudig an. "Tim" erhielt er mit nüchterner, sachlicher Stimme die Antwort. "Lisa, es tut mir leid. Ich hätte auf dich hören sollen. Ich vermisse dich. Ich fühle mich schuldig. Ich war so egoistisch.

Kannst du mir verzeihen?" sprudelte es aus ihm wie aus einem brechenden Staudamm heraus, während ihm heiße Tränen der Reue über die Wangen kullerten. Lisas Gesicht blieb einige Sekunden lang starr. Dann hörte er die Stimme der Seelenverbinderin, die sich die Antwort bereits vorher gut zurecht gelegt hatte und nicht das wiedergab was Lisas Seele sagen wollte. "Was geschehen ist, ist geschehen. Alles passiert, wie es kommen soll. Du hast keine Schuld. Lebe wohl" .

Dann verblasste Lisas Gesicht zunehmend vor seinen Augen. Lisa war weg, für immer. Versunken in den Schatten des Jenseits, aber diese wenigen Sekunden hatten Tim genügt. Lisa gab ihm nicht die Schuld. Er atmete auf und fasste neuen Lebensmut. Als sich der Rauch wie ein Spuk aus dunkler Nacht verzogen hatte sah Tim dass die Frau erschöpft über dem Grabstein des Nachbargrabes hing. Der Kopf war gesenkt und das lange Haar berührte fast den schneebedeckten Boden.

Man konnte deutlich sehen, wie die Kontaktaufnahme sie sehr geschwächt hatte. Tim eilte zu ihr. "Geht es ihnen gut? Kann ich ihnen helfen?" fragte er sie besorgt und wollte sie aufrichten. "Wahrlich, das könnt ihr" hauchte sie mit erschöpfter Stimme. "Ich muss etwas trinken" fügte sie noch hinzu. "Ich hole ihnen etwas Wasser aus meinem Auto" schlug Tim vor, doch die Frau schüttelte sachte den Kopf und sagte: "Lasst mich nicht alleine. Gebt mir einfach eure Hand, das wird mir helfen"

Sie konnte in Tims Gedanken lesen und bemerkte, dass er ohne Argwohn und wirklich besorgt um sie war, was ihr ein süffisantes Lächeln entlockte, dass durch das herunterhängende Haar aber noch verborgen war. Tim streckte ihr die Hand hin und sie packte sehr kräftig in der Mitte seines linken Unterarmes zu. Ihre Fingernägel bohrten sich leicht in seine Haut, was er schon etwas schmerzhaft empfand. Es blieb ihm aber keine Zeit darüber nachzudenken ,denn in diesem Moment richtete sich die Frau auf und das was er nun entdeckte nahm seine komplette Aufmerksamkeit ein.

Er blickte in ihr Gesicht und schaute in fremdartig rot schimmernde Pupillen, die ihn aber nur kurz verwirrten, denn als sein Blick etwas tiefer glitt drohte ihm das Blut in den Adern zu gefrieren. Der Mund der Frau war leicht geöffnet und aus dem Oberkiefer ragten zwei spitze Eckzähne hervor. Sofort fühlte er sich an das Gebiss eines Vampires erinnert.

"Sehr gut erkannt" bestätigte sie seinen Gedanken und rief damit einen verwirrt, verwunderten Blick bei Tim hervor. Noch ehe er etwas tun konnte hatte sie sich blitzschnell zu seinem Arm heruntergebeugt und hieb ihre Fänge gierig in seinen Unterarm. Einige Sekunden lang war Tim so perplex, dass er nicht mal vor Schmerzen schrie, dann jedoch schlug er mit seiner freien Faust so hart er konnte auf ihren Rücken. Einmal, zweimal, insgesamt viermal musste er zuschlagen, ehe sie die Zähne aus seinem Fleisch nahm.

Obwohl die Vampirin das natürlich in seinen Gedanken gelesen hatte, ließ es sie zu, denn die Aussicht, neben dem Blut ihres Opfers auch noch ein bisschen Spaß zu haben erfüllte sie mit freudiger Erwartung.
Lydia, so hieß die Vampirin, wusste genau, was Tim nun vorhatte. Dieser hielt sich so gut es ging die Bisswunde zu und rannte dann davon. Er wollte nur weg von hier.

Sein Auto stand auf dem Parkplatz. Aber Lydia war aufgrund ihrer vampirischen Natur wesentlich schneller als er. Als Tim um eine Ecke schoss, stand sie bereits dort und erwartete ihn. Abrupt bremste er ab und blieb erschreckt eine gute Armlänge vor ihr stehen. Nur einen Wimpernschlag später schnellte ihre Rechte hervor und punktgenau umklammerte ihre Hand nun seine Kehle.

Scheinbar mühelos stemmte sie ihr Opfer in die Höhe. Tims Füße baumelten einige Zentimeter über dem Boden und zappelnd versuchte er mit beiden Händen versuchte den luftraubenden Griff zu lösen. Ein paar Sekunden lang genoss Lydia diabolisch grinsend diesen verzweifelten aber hoffnungslosen Versuch, dann ließ sie Tim los und dieser fiel zu Boden. Er keuchte und rang noch krampfhaft nach Atem als Lydia schon über ihm war. Nur wenige Zentimeter trennten ihre Gesichter und fast glaubte er sich in ihren dunklen Augen zu spiegeln.

"Ich habe doch gesagt, ich habe Durst" flüsterte sie mit einem drohenden Unterton in der Stimme.
Erneut präsentierte sie ihm ihre Fänge. Dann senkte sie ihren Kopf in grausamer Langsamkeit zu seiner Halsbeuge hinab. Lydia konnte das Pulsieren seiner Halsschlagader deutlich erkennen und der Geruch seines Blutes weckte ihre Gier. Tim war erstarrt vor Schreck.

Dann trieb sie ihre Fänge in seine Schlagader und ließ den Saft des Lebens in sich hineinströmen. Ihre langen dunklen Haare legten sich wie der Schleier des Todes über Tims Sichtfeld. Der heftige Schmerz ihres Bisses dauerte nur wenige Sekunden, dann ergab er sich seinem Schicksal. Als Lydia genug getrunken hatte löste sie sich von ihm. Tim lebte noch.

Aus seinen Wunden trat nach wie vor Blut aus und färbte den Schnee rot. Lydia stand einfach nur da und ergötzte sich an dem Bild des roten Blutes auf dem blütenweißen Schnee. Es sah fast aus wie das Gemälde eines modernen Malers. Aber eine Frage stellte sich Lydia noch : Was sollte mit Tim geschehen? Sollte er hier und jetzt sterben oder sollte sie seine Qual noch verlängern und ihn zum Vampir machen? Unschlüssig stand sie einige Augenblick so da, dann entschloss sie sich, den inzwischen bewusstlosen Tim, dessen Puls zwar schwach aber noch regelmäßig war, mitzunehmen.

Sie leckte über seine Wunden um sie zu verschließen. Sie holte ihren Mantel, dann schulterte sie den reglosen Körper und schritt mit ihm davon. Zurück blieb unter dem eben aufgehendem Mond ein rot-weißes Vampirkunstwerk, das allerdings ob des angekündigten Schneefalls in der Nacht den Morgen nicht erleben würde.

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